Peter Hajek, wählt Graz die KPÖ oder Elke Kahr?
Show notes
Graz ist anders. Ende Juni wählt die steirische Landeshauptstadt einen neuen Gemeinderat und in weiterer Folge eine neue Bürgermeisterin oder einen neuen Bürgermeister. Unser Gast ist einer, der uns oft schon vor dem Wahltag verrät, wie die Wahl ausgehen wird. Er kennt die Parteien, die Politikerinnern und Politiker, die Wählerschaft. Er zählt zu den renommiertesten Meinungsforschern und Politologen des Landes: Dr. Peter Hajek. In dieser Folge sprechen wir mit ihm über die Grazer Gemeinderatswahl, den anhaltenden Erfolg der KPÖ und das Phänomen Elke Kahr. Warum gewinnt eine kommunistische Partei in der zweitgrößten Stadt Österreichs Wahlen? Er erzählt uns, ob heutzutage das Parteiprogramm oder Populismus mehr zählt, wie treffsicher Umfragen sind und was die größte Überraschung am kommenden Wahlsonntag wäre. Außerdem haben wir nachgefragt, wie politisch verrückt Österreich grundsätzlich ist und ob Politik nur noch von austauschbaren Phrasen lebt.
Mehr von und mit Peter Hajek gibt es im Podcast "Das Orakel": https://open.spotify.com/show/4NLHjrwjzhbk2WO6TpEntm?si=3c9d45270c0c4f3b
Show transcript
00:00:00: Es ist das Vertrauen in die Politik beschädigt.
00:00:03: Warum gerade Graz des Meckers, dass Europäischen Kommunismus
00:00:07: ist?
00:00:08: Umfragen gehen – mal zeigen wir den Ausdruck wie Sau!
00:00:13: Es ist vollkommen egal was am Vortag ist.
00:00:15: Fünf Tage später haben sich die Leute wieder vergessen.
00:00:17: Warum nenne ich mich dann KPO wenn ich es eigentlich nicht so lebe oder realpolitisch ist als da nie anders?
00:00:22: Ja es gibt einen Zulauf zu populistischen Parteien.
00:00:24: und weißt du warum?
00:00:25: er sagt warum das ist?
00:00:26: Aus Langeweile
00:00:27: Wie politisch verrückt isst Österreich
00:00:30: und dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.
00:00:33: Ja meine sehr verehrten Damen und Herren, herzlich willkommen zurück zu einer weiteren Folge unseres facettenreichen Podcasts mit Schmerko.
00:00:40: ich freue mich sehr wirklich sehr für eine besondere Folge.
00:00:44: liegt auch am Gast.
00:00:45: er kommt aus seiner Branche aus einer Zunft die eher Spröder daherkommt.
00:00:49: es gibt viele Stimmen die behaupten er sei der unterhaltsamsten in seiner Zunft.
00:00:52: das werden wir heute testen.
00:00:54: erst auf jeden Fall.
00:00:54: einer der bekanntesten Renommiert ist ein Meinungsforscher als Politikwissenschaftler.
00:00:59: Wir werden mit dem Aktuelles und Generelles diskutieren, ich freue mich sehr dass er heute hier ist.
00:01:04: herzlich willkommen Dr.
00:01:05: Peter Heyerck.
00:01:06: Hallo
00:01:07: schönen guten Tag.
00:01:08: Ich freu mich.
00:01:09: wir machen so wie haben vieles zu analysieren zu debattieren zu diskutieren harte Brocken.
00:01:13: wir beginnen aber leicht zur Einstimmung wieder einer kleinen Fragerunde.
00:01:16: das heißt die Anforderung wäre du bekommst Fragen und gibst kurze Antworten.
00:01:20: im Idealfall einen Wort bis einsatz.
00:01:23: Bring mal hin.
00:01:24: Ich hoffe es!
00:01:26: Erste Frage,
00:01:27: Populismus
00:01:28: ist...
00:01:30: ...schlecht.
00:01:32: Repräsentative Demokratie oder direkte Demokratie?
00:01:38: Beides.
00:01:39: Die größte Überraschung bei der Grazwahl wäre...?
00:01:44: Wenn die Kappe nicht erster werden würde.
00:01:47: Ist das Vertrauen in die Demokratie beschädigt?
00:01:50: Es ist das Vertrauen in die Politik beschädigt?
00:01:54: An meinem Job mag ich sogar nichts.
00:01:57: Nichts
00:01:59: Bist du für die Wiedereinführung der Wahlpflicht?
00:02:02: Nein.
00:02:03: Wahlplakate oder Tiktok?
00:02:07: Je nach Zielgruppe.
00:02:08: Absolutte Mehrheit oder Koalition?
00:02:17: Begrenzte absolute Mehrheit!
00:02:19: Online-Umfrage oder Telefonumfrage?
00:02:22: Je Nach Zielgruppen.
00:02:24: Wer ist ehrlicher Wähler oder Politiker?
00:02:30: Beide gleich?
00:02:32: Welche Medien konsumierst Du?
00:02:35: Viele
00:02:37: Wer entscheidet wahlen, die überzeugten oder die unentschlossenen
00:02:40: Die Überzeugten.
00:02:44: Werden Wahlen heute gewonnen oder verloren?
00:02:49: In den meisten Fällen werden sie gewonnen, aber man kann sich auch verlieren, Siehe-Sechs-Wolfgang Schössler.
00:02:56: Das war es!
00:02:57: Das war die Lockerung zu Beginn.
00:02:59: Wunderbar.
00:02:59: Jetzt haben wir natürlich diesen aktuellen Aufhänger... Wie gesagt, du bist ja selbst tätig im Podcastgeschäft.
00:03:06: Das ist ein Rackl!
00:03:07: Zu vielerweise hattest Du in Deiner letzten Folge das Thema Grazwahl auch?
00:03:11: Hast Du es besprochen und man kommt jetzt nicht vorbei und deshalb wollen wir mit Dir auch ein Bild drüber reden.
00:03:15: Wenn Du jetzt in der Lage wärst am internationalen Politik-Wissenschaftler zu erklären warum gerade Graz des Meckers des europäischen Kommunismus ist.
00:03:24: wie würdest Du das versuchen irgendwie auf den Punkt zu bringen?
00:03:28: Ja ich würde Dich sagen dass das Mecker Europäischen Kommunismus ist, weil ja die KPO in Graz und in der Steirmark nicht als klassisch kommunistische Partei auftreten.
00:03:43: So wie wir Kommunismus verstehen.
00:03:46: also wenn man Kommunismus in die Menge wirft dann werden die Menschen wahrscheinlich sagen kommunistischer heißt Diktatur oder zumindest autoritäer heißt fünf Jahresplan.
00:03:59: zumindest bin ich aus einer siebziger Jahrgang genau mit diesen Geschichten aufgewachsen.
00:04:04: Hätte damals auch noch geheissen, war schon ein Pakt.
00:04:07: Man würde wahrscheinlich sagen China Russland Nordkorea all dem entspricht die kommunistische Partei in Graz und in der Steiermark nicht und dementsprechend wäre ich da vorsichtig.
00:04:23: aber Die Steinmark ist deshalb sehr, sehr interessant weil sie in Graz eben eine kommunistische Bürgermeisterin hat und im Land einen freiheitlichen Landeshauptmann hat.
00:04:38: Und man sieht das in einem demokratischen Land wie Österreich die politischen Ränder gestärkt worden sind.
00:04:48: Damit meine ich nicht Extremismus, bitte.
00:04:51: Aber die freiheitliche Partei steht in Teilen weit rechts und die kommunistische Partei ist natürlich in Teilend weit links.
00:04:58: Und warum ist das so?
00:04:59: Weil die beiden Traditionsparteien ÖVP- und Sozialdemokraten einfach ... möglicherweise ihren historischen Zenit überschritten haben und dieses Vakuum hinterlassen.
00:05:09: Und da streuen wir jetzt die beiden hinein, das ist für mich das Interessante eigentlich.
00:05:13: Du bist
00:05:13: es schon beim großen Ganzen aber weißt du
00:05:16: noch
00:05:18: mal zurück, das macht ja keinen Sinn.
00:05:20: also du sagst einerseits die meisten verbinden damit nicht den Kommunismus den sie weiß nicht im Duden vorfinden würden Geht irgendwie dann verloren?
00:05:31: Warum nenne ich mich dann KPO, wenn ich es eigentlich nicht so lebe oder realpolitisch ist.
00:05:35: Ist das da nicht anders?
00:05:35: Dann könnt ihr mir auch etwas nennen.
00:05:37: Na ja gut aber dann müsst mit der LKK und Co reden.
00:05:41: Ich kann das nicht beantworten warum sie sich weiterhin kommunistische Parteien erinnern... Oder warum
00:05:47: die Wähler automatisch, Sie lesen KPO ab in Ihrer Warnung,
00:05:51: ist es
00:05:52: die KPO Leid?
00:05:53: Nein nein sie lesen das.
00:05:55: Das kommunistisch glaube ich, das lesen Sie nicht einmal mehr abgesehen.
00:05:58: Davon die Zeit ist tatsächlich fortgeschritten.
00:06:00: Wir haben ja heute große Wählerkohorten, die nicht mehr den zweiten Weltkrieg erlebt haben, die nur noch unter Anfangszeichen die Nachkriegsgeneration sind – einmal Punkt eins.
00:06:13: Punkt zwei haben wir natürlich viele Wählerinnen und Wähler, die den Waschapakt, den kalten Krieg nur noch aus Erzählungen kennen Und dementsprechend haben sie natürlich einen anderen Blick, einen anderen historischen Blick auf die Dinge.
00:06:28: Und Sie lesen nicht KPO – sie lesen LKK und Tanklin Salzburg.
00:06:34: Es ist sehr, sehr personenzentriert!
00:06:36: Das gleiche gilt übrigens für die freiheitliche Partei.
00:06:39: auch niemand... Die wenigsten Wissen hat, dass die FPÖ aus dem VDU herausgegangen ist.
00:06:45: Da wurde der Nr.
00:06:45: neunundvierzig gegründet wo Satz haben ehemalige Nationalsozialisten dort sich wiedergefunden haben, die nicht bei ÖVP und Sozialdemokraten untergekommen sind also quasi der Gesinnung im Großen und Ganzen am treu geblieben sind.
00:07:03: Friedrich Peter, FPÖ-Parteisch-Chef, SS Sturmbahnführer und Bruno Greski, sozialdemokratischer Bundeskanzler hat mit ihm in den Minderheitsfreundlichen Wahlrecht quasi aus dem Jahr neunzehntsiebzig seine Regierung stützen lassen.
00:07:21: Das sind Dinge die natürlich in der Historie wichtig sind aber die für die Wählerin von heute keinen keine Auswirkungen mehr haben mit diesem klassischen Sinn.
00:07:31: Und sowohl Freitliche als auch Kommunist in Österreich würden auch diese Zeit von sich wegschieben und sagen, das ist vielleicht ein Teil unserer Geschichte aber dort stehen wir nicht mehr.
00:07:41: Ja,
00:07:42: aber ich meine einerseits wird es die These bestätigen dass jetzt Programmartige Ideologie nicht mal ganz so wichtig ist sondern von der Persönlichkeit abgeröst wird.
00:07:50: Ja, ich würde dich sagen dass es abgelöst wird aber definitiv ist natürlich der ideologische Bezug der Wählerinnen und Wähler ein deutlich geringeres.
00:07:58: Früher hast du auf deinem Dienstzettel gestehen gehabt Arbeiter und dann hast du einfach ganz logisch die Sozialdemokratie gewählt.
00:08:05: Das ist heute so nicht mehr, heute sprechen wir eigentlich in Teilen vom Stimmungswähler.
00:08:11: Und der Stimmungswähler hat ein gewisses Mindset und in dem Mindset gehen sich ein paar Parteien aus.
00:08:16: Und je nachdem ob derjenige thematisch angesprochen wird oder personell angesprochen werden gibt er dann diese Partei die Stimme.
00:08:24: Also diese ideologische Verordnung, die gibt es natürlich schon... Oder die ist schon sehr lange in Auflösung?
00:08:30: Obwohl
00:08:30: ja teilweise eine der Programmatikerinnen.
00:08:32: im steirischen KPO-Programmheft stehen schon explizite Dinge drin.
00:08:39: Und wie Produzionsstätten können er verstaunlich sein?
00:08:41: Das sind schon eher relativ klar definierte Dinge und Ziele, aber die gehen vorbei an der Wahrnehmung.
00:08:48: Aber wer liest das?
00:08:51: Wer findet es wahrscheinlich?
00:08:53: Wer sucht's!
00:08:56: Also für den Wählerinnen steht im Vordergrund ob Personen ein gewisses oder Parteien ein gewisses Thema besetzen und dieses dann auch authentisch vertreten.
00:09:12: Und sie wollen von diesen Personen nicht enttäuscht werden, also das wäre mir der Klassiker bei dem Freiheitlichen zum Beispiel.
00:09:21: Dass Sie dann sind in die Regierung kommen, dass im Zweikamtern Knittel fällt ja?
00:09:25: Dann ist wieder lange Zeit, Aufbauzeit vergangen, wenn Sie wieder in den Regierung kommen kann Ibiza.
00:09:29: So jetzt sind es aber wieder oben auf.
00:09:31: Aber Da merkt man, dass dann einige Wähler wieder oder größere Teile der Wählerschaft wieder weggegangen sind weil sie einfach enttäuscht worden sind.
00:09:42: Aber Sie sind so beweglich das wenn ein Thema wiederum besetzt wird und auf der anderen Seite sein politisches Vakuum gibt, dann wieder zu dieser Partei zurückkehren.
00:09:52: also die Programmatik steht schon ganz lange nicht mehr im Mittelpunkt.
00:09:57: Das Spannende ist, du hast es erwähnt oder du hast jetzt beide Seiten erwähnten?
00:10:00: Es ist jetzt sehr lokal, aber ich zitiere jetzt ein Wahlplakat eben von der regierenden Bürgermeisterin singemäß oder glaube ich nicht nur singemäss sondern tatsächlich steht da wir sind anders als die anderen.
00:10:11: Das klingt ja bisserl so nach Oppositionspolitik fast wie immer freiheitlich so...
00:10:16: Nein es ist anti-establishment
00:10:17: gegen uns und wir sind für euch so bisserler,
00:10:19: oder?
00:10:20: Ist Anti-estabishment!
00:10:21: Obwohl
00:10:22: sie
00:10:22: Bürgmeistersprache hat.
00:10:24: Cool,
00:10:24: gell?!
00:10:24: Ja!
00:10:25: Geht auf!
00:10:26: Aber warum geht's
00:10:27: auf!?
00:10:29: Das ist die entscheidende Frage.
00:10:31: Warum geht es auf?
00:10:31: Weil LKK alleine mal von ihrem Habitus anders ist, wie man sich einen klassischen Bürgermeister oder Bürgemeisterin einfach vorstellt.
00:10:43: Sie verzichtet ja auch auf Teile, glaube ich sogar größere Teil ihres Gehalts – das ist im politischen Geschäft eher ungewöhnlich.
00:10:52: Das heißt da stärkt schon ihre Glaubwürdigkeit in dem sie sagt wir sind allen anders, quasi Establishment sind, also an der Macht sind.
00:11:00: Aber wir sind trotzdem anders und das bedienen sie natürlich ganz klar!
00:11:04: Das macht die Freiteligen ganz genauso.
00:11:09: Wir haben im Vorgespräch kurz erwähnt, Prognosen sind meistens schwierig wenn es die Zukunft betrifft.
00:11:16: da gibt ja diese Anekdote, diese großen Ereignisse von Brexit bis zu Trump so dieser große Überraschungsmoment.
00:11:23: Ist ein Graz dann auch passiert?
00:11:24: Man dachte, es kommt anders.
00:11:26: Dann war's sehr warm.
00:11:26: Dann waren
00:11:28: alle in
00:11:28: der Südsteuermark und wenig Wähler und keine Ahnung.
00:11:31: Und das kam dann zu diesem Punkt.
00:11:35: Geht's in der Nachbetrachtung als in deiner und von allen Profis.
00:11:41: war das mehr trotz Reaktion auf das bestehende System?
00:11:44: oder war das wirklich ein klares Jahr in Richtung institutionalisiertes Sozialpolitik aus dem Rathaus heraus?
00:11:53: Ja.
00:11:55: Naja, wir dürfen nicht vergessen dass die KPO in Graz eine ganz lange Vorarbeit geleistet hat.
00:12:04: sie ist immer im Thema treu geblieben und ja das hat sich dann am Ende des Tages durchgesetzt.
00:12:09: und abgesehen davon hat natürlich LKK eine ganz gewichtige Rolle gespielt was ich jetzt noch so im Rückblick auch in Erinnerung habe.
00:12:19: Aber, und das ist ja der Spezielle sowohl an der Dammeling-Wahl als auch an der Jetzigenwahl es gingen halt nur dreiundfünfzig Prozent zweitausneinundzwanzig wählen.
00:12:29: Und das heißt ganz offensichtlich hat die kommunistische Partei ihre Wählerschaft deutlich besser zu den Wahlurnen gebracht als die anderen Parteien.
00:12:38: Es war zweiausneinunzwanziger,
00:12:39: d.h.,
00:12:39: es wird noch Ibiza Ausläufer gegeben haben, dass halt Freitliche dürften zu Hause geblieben sein ÖVP möglicherweise auch, weil man sich das Wahlsiege relativ sicher war.
00:12:52: Wählerinnen und Wähler auch zu Hause geblieben.
00:12:53: Das ist übrigens eine ganz typische Entscheidung, dass ein Artig-Schicht ist, grennt.
00:12:58: Das sieht man immer lustigerweise bei Bundespräsidentenwahl zweiter Wahlgang.
00:13:03: Da lässt dann einfach die Waldbeteiligung nach, wenn man sagt na gut da haben wir gewinnt sowieso!
00:13:10: Ja, und das war im Großen wahrscheinlich der Rahmen in dem sich es abgespielt hat.
00:13:16: Wir gehen jetzt nicht davon aus dass es so viel anders ausgehen wird aber... Jetzt kommt das große Aber!
00:13:23: Ich bin wieder bei der Waldbeteiligung.
00:13:26: wir gehen von einer leicht steigenden Aus, aber wir glauben nicht dass sich so rasenviel tun wird.
00:13:34: Das heißt, die aller-allerwichtigste Aufgabe der wahlwerbenden Parteien ist ihre Zielgruppen einfach mal zur Wahluhrung zu bringen.
00:13:44: Und daran wird sich die Wahl aller Voraussicht nach entscheiden.
00:13:48: wie ich es schon eingangs gesagt habe, dass die kommunistische Partei nicht erst erwirrt... also da hätte ich dann ein Problem am Wahltag mit so ausgeht!
00:13:57: Ist
00:13:57: das irgendwie messbar?
00:13:58: Also Mobilisierung im Vorstand mit einer Wahl?
00:14:02: Ja Wir haben die Umfang, also zweimal gemacht und die waren für die kleine Zeitung.
00:14:10: Man muss auch dazu sagen über das was ich jetzt teilweise spreche, das ist schon wieder ein paar Wochen alt.
00:14:14: bei der Feldarbeit war vom zwanzigsten Mai bis dritten Juni.
00:14:18: Die Wahl findet am achtundzwanzigste Juni statt.
00:14:19: Also wir sind doch eine Zeit lang weiter von weg.
00:14:25: Wie messen wir das?
00:14:26: Wir fragen ganz einfach, ob wir das Skala von Null bis Zehn.
00:14:29: wie sicher ist es, dass in der Wahl Teilnehmern werden.
00:14:31: Alle die die Zehnt sagen nehmen wir als voll.
00:14:35: Da reist Wackelig, d. h., da kommt bei uns raus auf der Zehntenposition einen Sechzig Prozent.
00:14:41: und dann schauen wir uns an, wie ist das bei den einzelnen Wählerschaften?
00:14:46: Und da sehen wir zum Beispiel, dass bei ÖVP-Wählerinnen also auch bei der Grünenwählerschaft sind Überschnitt mobilisiert.
00:14:54: Was heißt das?
00:14:55: In diesen Gruppen geben die Menschen zu seventy-fünf Prozent an, dass sie zur Wald gehen werden.
00:15:00: Ganz im Gegensatz zum Beispiel zu nicht freiheitlichem sondern Neos und Sozialdemokraten liegen deutlich unter dem Schnitt, deutlich unter den Sechzehn Prozent.
00:15:12: Das heißt, diese sind noch nicht ausreichend mobilisiert – so misst man das!
00:15:20: Die Zahlen zeigen uns nur, ob ein Unterschied signifikant ist oder nicht und dementsprechend können wir sagen, die sind gut mobilisiert.
00:15:25: Und die anderen sind weniger gut mobiliziert.
00:15:26: Die K-Ö-Wählerschaft liegt ziemlich genau im Schnitt.
00:15:31: Die gehen aber – das größte Problem für LKK könnte es sein, dass die alle sagen «die K-AD schon gewonnen».
00:15:37: Und das Lustige ist wie die Umfrage publiziert wurde von der kleinen Zeitung.
00:15:40: Sie sind schon am nächsten Tag die Grünen und die Sozialdemokraten mit ihren Botschaften rausgegangen.
00:15:46: Die Grünen haben sofort gesagt Die K-Gewinnt, wie eine linke Regierungs-, Stadtrekierung will, muss die Grünen wählen und die Sozialdemokraten haben das in einer ähnlichen Form gemacht.
00:15:56: Warst du damals einundzwanzig auf der guten Seite?
00:15:59: Also prognosentechnisch oder...?
00:16:00: Ich habe
00:16:00: Gott sei Dank damals keine Unfrage gemacht!
00:16:04: Wie
00:16:05: groß ist deiner Meinung nach... ich kann mir die Antwort denken aber trotzdem ist die Frage nicht uninteressant.
00:16:11: Wenn man jetzt den Bundestrain, die Bundesstimmung hernimmt und die politische Großwetterlage, wie viel Einfluss hat?
00:16:21: Wenig.
00:16:22: Obwohl sie so gefühlt miserabel ist?
00:16:25: Die Stimmung?
00:16:26: Ja aber die Menschen unterscheiden ganz klar zwischen den Wahllebenen.
00:16:30: Ist das immer so und wird es immer so bleiben?
00:16:31: Na ja, ob's immer so bleibt weiß ich nicht, aber jetzt die Unterscheidung ist schon relativ klar.
00:16:37: also woran merkt man?
00:16:38: dass zum Beispiel bei der Europaparlamentswahlen noch am ehesten einen bundespolitischen Trend abbilden könnten, hat zum Beispiel die Freitliche Partei oft das Problem, dass sie ihre Wähler dort gar nicht hinbekommt zu dieser Wahl.
00:16:55: Bislang ist es ganzverständlich.
00:16:56: ich kann mich da dann auf eine Institution kritisieren und schimpfen und dann sagen wir geht's hin und wählt uns doch trotzdem hinein.
00:17:03: Das ist halt eine Schere im Kopf für die Wählerinnen und Wähler.
00:17:09: Also das heißt, auch das ist eine Unterscheidung von Seiten der freiheitlichen Wählerschaft.
00:17:13: Die unterscheiden ganz klar.
00:17:13: Ich war auf der Bundeshebene, bin dabei bei der Europapalmetswahl, bin nicht dabei und die Menschen machen das und auf lokaler Ebene spielt der Bundes- oder Landestrend keine Rolle.
00:17:24: siehe die Steiermark also die die freiheitliche Partei hat beider sowohl bei den Nationalratswahlen als auch bei der Landtagswahl.
00:17:32: Sie haben beide sehr knapp hintereinander stattgefunden in Graz jeweils.
00:17:40: Jetzt weisen wir sie aktuell bei fünfzehn aus.
00:17:43: Und die freiheitliche Partei hat österreichweit im urbanen Raum kann sich ihr Potenzial, dass Sie dann eigentlich auf landesebene und auf bundesebene hätte einfach nicht ausschöpfen.
00:17:53: also das sieht man schon wie die Menschen deutlichen Unterscheidungen
00:17:56: machen.
00:17:57: Wir bleiben gespannt.
00:17:58: vielleicht noch so eine Abschlussfrage in diese Richtung wärst du politischer Berater?
00:18:04: Wie stehst Du zu dem Thema Wahlen vor verschieben?
00:18:07: Gibt es diesen günstigeren Moment wirklich?
00:18:09: Ist der eingebildet, beruhigt er gewisse Klientel oder...
00:18:15: Find ich lustig.
00:18:15: Das heißt, wärst du politischer Beraterin?
00:18:17: In manchen Fällen bin ich's ja nur... Bei deinem politischen Berater?
00:18:20: Ja, aber kompleienstechnisch bin ich in Graz nicht engagiert.
00:18:24: Aber sicher macht das manchmal Sinn.
00:18:30: Es kann unterschiedliche Komponenten haben.
00:18:34: zum Beispiel ist es so dass In Niederösterreich und in Burgenland wird aktuell immer Ende Jänner gewählt.
00:18:40: Und das kommt halt auch nicht von ungefähr, weil es gibt den Break mit den Weihnachtsferien und damit mit dem Neujahrsstaat – und das nützt Tendenziell natürlich den Regierenden und den größeren Parteien.
00:18:53: LKK hat das dann vorne verlegt, weil sie sich möglicherweise auch einen Sommer ersparen wollte wo sie im Wahlkampf ist.
00:19:02: aber sie haben sich möglichweise auch ausgerechnet dass sie einfach bessere Chancen haben, ihre Wählerinnen und Wähler zu mobilisieren.
00:19:10: Anstatt nach einem Sommer wieder die Mobilisierung kochtzufahren.
00:19:15: Aber das müsste man am Ende des Tages die Kommunistische Partei fragen, warum Sie es noch vorne verlegt haben?
00:19:19: Dass du es dann zufällig an dem Formel eins wochenendest ist, das ist Zufall.
00:19:23: Ich gehe davon aus aber I don't know!
00:19:27: Okay.
00:19:27: Dann schließt mir den Punkt einmal genug politisiert vielleicht ist er zu deiner Branche überwähnt Ähnlich wie Versicherung in den Banken, jetzt nicht ganz so sexy.
00:19:38: Ich
00:19:38: find ja total aber...
00:19:40: Du bist in einer kleinen Blase unterwegs!
00:19:42: Aber jetzt für die Mehrheit der Menschen.
00:19:44: Jetzt verdienst du dein Geld damit die öffentliche Meinung zu messen?
00:19:47: Ja also irgendwie einfach formuliert.
00:19:51: Sehr vereinfacht formuliert, weil ich könnte auch für eine Versicherung ihre Kunden befragen.
00:19:55: Natürlich natürlich, das stimmt.
00:20:03: Findest du jetzt, du hast Ibiza erwähnt.
00:20:06: Aber gerade auch der Umgang oder die Wahrnehmung der Bevölkerung mit Meinungsforschung grundsätzlich in Bezug auf politische Wahlen und
00:20:14: etc.,
00:20:15: das mit dem sogenannten Bandshop-Tool, mit dieser Thematik ORF-Sorra-Email-, SPÖ Beratung, dass da irgendwas ins Rutschen gekommen ist?
00:20:24: In der Glaubwürdigkeit... Sagt ihr unbelebter Arsenalisten oder Politiker?
00:20:32: Das Gute ist ja, dass wir natürlich immer das Vertrauen von Institutionen und Berufsgruppen abtesten.
00:20:38: Nur nicht die Meinungsfalsche!
00:20:40: Wobei man dazu sagen muss... Es wäre natürlich ein bisschen absurd wenn ein Meinungswahl-Institut sagt wie viele Vertrauen haben sich zur Meinungs-Falsche?
00:20:47: Ich könnte es natürlich auch machen aber es gäbe einen gewissen Bayer.
00:20:57: Gar nicht so sehr, dass sich das über die Jahre oder Jahrzehnte verändert hat.
00:21:00: Also man muss sozusagen, bin es in den Sieben und neunzig, acht oder neunzehn in diesem Geschäft habe schon einiges erlebt.
00:21:05: Es gab zum Beispiel im Jahr z.B.
00:21:07: einen Enquet im Parlament weil man auch zu Neunundneunzig damals geheißten ist man nicht so gut gelegen bei den Wahlen da waren ja auch keine Landtagswahlen also... Und da gab es extra eine Enquete wie man denn damit umgeht vor Wahlen mit der Umfrageforschung.
00:21:27: Also es gibt Länder, wo zwei bis drei Wochen vor der Wahl zum Beispiel keine Umfang publiziert werden dürfen.
00:21:32: Ich halte das ganz ehrlich für Makulatur weil kein Wähler und keine Wählerin lässt sich von einer Umfrage beeinflussen, was ihr Wahlverhalten betrifft.
00:21:43: Es gibt übrigens kleiner Hinweis ein Interview mit einem deutschen Kollegen in der NCZ, der übrigens das selber behauptet.
00:21:50: Das sagt es ist im geringsten Bereich.
00:21:53: wäre es nämlich anders hätten wir am Wahltag immer recht.
00:21:56: aber das ist ja bekannter Masten nicht so!
00:21:59: Wir liegen sehr gut.
00:22:00: Der Kollege Enser jede Nase von der Politikwissenschaft sagt ihm die letzten Treise gerne auf Bundeshebene meistens eine sehr gute Einschätzung Je kleiner es wird, jetzt komme ich nochmal ganz kurz zu gerade.
00:22:10: Je kleiner wird die Lokale, desto problematischer
00:22:12: wird's.".
00:22:13: Also das heißt, es gab damals schon eine Enquete im Parlament wo das besprochen wurde und es war immer wieder waren Umfragen ein aufregerthema.
00:22:25: dementsprechend glaube ich nicht dass sie sich in der Verschlechterung gegeben hat.
00:22:28: Nächster Punkt!
00:22:30: Umfragen gehen... man verzeiht mir den Ausdruck wie sau.
00:22:34: Also das heißt, wenn wir eine Umfrage machen.
00:22:37: Wir haben Kooperationspartners die Zeitung heute und ATV der Fernsehsender.
00:22:42: Wenn wir für die eine Umfrage machen und die spielen das insbesondere über online Medien hinaus dann haben die Zugriffe... Das ist unglaublich!
00:22:51: Da gehen die Klickraten hinauf.
00:22:53: Warum?
00:22:53: Weil die Menschen schauen sich dass immer anders ergebnis und sagen Ah, sie denken genauso wie ich die Mehrheit, ey klar oder lauter Trotteln.
00:23:00: Die kennen Sie nicht aus Die denken genauso nicht wie ich.
00:23:05: Und das ist so ein bisschen, wenn du so willst auch ein bisschen modernes Horoscope.
00:23:09: was hat es mit meiner Person zu tun?
00:23:11: Aber wir sehen dass die Menschen da eine hohe Affinität dafür haben egal wie das Image ist.
00:23:20: also ich glaube im Großen und Ganzen dass es nicht so schlecht ist.
00:23:25: Ich glaube auch nicht dass er sich rasen versteckt hat.
00:23:27: ja natürlich Bandshop und Sora würde ich jetzt nicht in die selbe Wachschale werfen.
00:23:34: Es waren zwei unterschiedliche Themen, die es da gegeben hat aber ich sehe da kein großes Problem!
00:23:40: Und letzter Punkt dazu wird dann immer wieder auch gesagt ja und du musst aufpassen weil das ist für eure Umsätze, für euer Geschäft so schlecht.
00:23:48: also um ein paar Anspruchs kann ich es irgendwie machen.
00:23:52: und den Markt der Meinungsforschung?
00:23:53: Also wir stehen ganz so ganz ausgezählt
00:23:57: Ähnlich wie für sich und Banken.
00:24:00: Aber mit denen wollen wir nicht in einen Topf geworfen haben!
00:24:04: Das Business boomt, aber eigentlich kennt's ja trotzdem ihr nur verlieren weil wenn ihr recht habt sagen alle gut das ist der Job Und wenn ihr nicht Recht habt, soll sie die Sündenböcke.
00:24:12: Ja
00:24:12: ja das ist, dass du vollkommen recht, das ist interessanterweise genau etwas was ich im Vorgespräch mit der kleinen Zeitung für die Grazumfrage eben gesagt habe wo ich auf den ganzen Unwegbarkeiten hingewiesen hab.
00:24:23: und genau das habe ich gesagt.
00:24:25: Ich muss nur leider Gottes hier Frank Sinatra zitieren und ich glaube ja That's Life ist die heimliche Hymne der Meinungsforschung.
00:24:34: und da gibt es ja dann die kurze Texte.
00:24:37: I can't deny it.
00:24:38: Und ich habe schon meiner Frau wahnsinnig oft gesagt, nie mehr wieder mache in Kärnten auf lokaler Ebene eine Sonntagsfrage zu einer kommenden Wahl und ich mach's dann da immer wieder.
00:24:50: Ja so wie das Zadomaso steckt... Nein steckt
00:24:52: die Zadomaso?
00:24:53: Wir wollen uns selbst beweisen!
00:24:54: Wir wissen ja.
00:24:55: also es ist ja ganz einfach für die Hörerinnen und Hörern wir Sozialforschung Umfrageforschung kann ja nicht exakt messen.
00:25:02: Es geht einfach nicht, es gibt Schwankungsbreite, eine verzehrte Stichprobe und einen schlechten Fragebogen.
00:25:08: Es gibt Fragestellungen wo die befragten uns keine unter Anführungszeichen korrekte Antwort geben.
00:25:15: das hängt vom Thema ab.
00:25:17: wenn ich dich frage zum Beispiel zum Thema welches Auto fährst du?
00:25:21: Also welche Marken, welches Modell dann wirst du mir die Unterungssignal Wahrheit sagen?
00:25:25: Wenn sie in den Intimbereich geht, wenn sie im finanziellen Bereich geht, Bereich geht, dann wird man halt vorsichtiger.
00:25:31: Aufgrund all dieser Rahmenbedingungen ist ja die Einschätzung für den Waldtag eine sehr schwere und dementsprechend wollen wir uns aber immer wieder selbst beweisen, dass wir es doch können, obwohl wir wissen das ist immer ein Himmelfort.
00:25:48: Das ist ganz klar!
00:25:49: Wir warten auch immer bis zum Waldtag.
00:25:51: Aber – und das muss auch gesagt werden – was ihr in den Medien lest, das ist bei uns nicht einmal die Spitze sondern Zell des Eisbergs.
00:25:59: Also je nachdem in welchem Bereich du als Meinungsforscher verortet bist, weil es gibt zum Beispiel nur Medizinforschung.
00:26:07: Es gibt Forschung in die Handelsmarktforschungen und es gibt die Werbemarkt-Forschung Und dann gibts halt ein ganz kleiner Teil ist die politische Forschung und auch das was ich mache ist wiederum nur der Spitzel Weil wir machen Befragen für Parteien, für Institutionen.
00:26:25: Das heißt, es ist ein sehr breites Feld.
00:26:27: Und ganz ehrlich, der interessiert uns die Sonntagsfrage genau nüsse!
00:26:30: Weil das geht nicht um Prognostizieren sondern wir erheben immer Stimmungen und geben dann unserem Kunden einen Weg mit – wie kommt man an die Zielgruppe ran?
00:26:38: Wir haben immer nur drei Fragen.
00:26:40: Wir haben die Frage wer ist die Zielgrupper unseres Kunden, wie tickt die Ziel-Gruppe, wie erreiche ich die Zielgruppe?
00:26:45: Das sind unsere Themen, die wir bearbeiten.
00:26:47: Die Sonntagspfrage der Wahlprognose Ganz ehrlich.
00:26:51: Also da zitiere ich meinen Kollegen Werner Beutelmeier, ich glaube der vor... ...fünfundzwanzig Jahren irgendwann gesagt hat Es ist vollkommen egal was am Weitag ist, fünf Tage später haben sich die Leute wieder vergessen Und ich glaube, der Kollege Beutlmeier hat Recht Ich habe auch viele
00:27:06: politiker denken so.
00:27:08: Wir
00:27:08: sind aber keine Politiker.
00:27:10: Aber vielleicht das biografisch.
00:27:11: jetzt wie es mir geht Peter Heik hat erleichtert und was in sich, aber wie war der kleine Peter unterwegs?
00:27:19: Hat er auch Lust an dem Unmöglichen gehabt?
00:27:22: oder wirst du mir jetzt hören den Traumberuf vorst Leuten hinterherzulaufen hinterher zu telefonieren und zu fragen.
00:27:28: Ja ich mache das ja nicht selber.
00:27:30: Ich habe einmal ein Interview geführt.
00:27:33: das war in einer Flüchtlingsunterkunft damals im Bosnien Krieg.
00:27:40: da haben wir bosnische Flüchtlinge für die Universität interviewt.
00:27:44: Damals haben wir schon gedacht, das ist ein wahnsinnig interessanter Job.
00:27:47: Aber es tut mir Wahnsinn klar, ich bin der Gerhard Schröder der österreichischen Marktsforschung.
00:27:54: Ich wollte das schon in der Oberstufe an der Schule werden!
00:28:03: Er hat keine so schlechte Karriere hingelegt.
00:28:06: Aber ich wollte das eigentlich schon immer machen und ich habe unlängst eine alte Schulkollegin getroffen, die zu mir gesagt hat, Peter du warst einfach immer an Neuart.
00:28:15: Ich meine, dass dich für Politik interessiert, tatsächlich kein Mensch dafür von uns, siebzehn, achtzendjährigen interessiert.
00:28:20: Also so war der kleine Peter?
00:28:21: Ja, ich verstehe es aber es braucht trotzdem dieses... Ich muss Menschen abfragen und ich muss sie mit Fragen belästigen zu Themen, auf die sich wahrscheinlich kein Bock haben.
00:28:31: Das ist stellbar schon lässig vor der
00:28:32: Anstrengung.
00:28:33: Nein, nein aber wie gesagt also da ich mache nicht die Felder bei selbst.
00:28:37: Aber wer muss ihr machen?
00:28:38: Ja ja klar, das ist halt ein Geschäft.
00:28:40: und dann gibt es Menschen, die sind dafür insbesondere... Bei online haben wir das Problem nicht mehr!
00:28:45: Die Menschen melden sicher online.
00:28:49: Wir rufen dir nicht an und sagen, beantworte uns einen Online-Fragepunkt sondern Menschen melden sich für Befragungen.
00:28:56: Und die sind dann in einem sogenannten Panel verordnet.
00:29:00: dort bekommen sie auch wenn Sie in dem Fragepunkt beantworten ein sogenanntes Incentiv.
00:29:04: das kann Geld sein das kann Punkte auf Amazon sein.
00:29:06: wie immer Die machen das wahnsinnig gern.
00:29:09: da haben wir das Problem dass die irgendwann so Umfrageexperten werden.
00:29:13: Wenn wir am Telefon sind dann haben wir bei der älteren Zielgruppe überhaupt kein Problem weil da ruft endlich wer an, das ist tatsächlich zum Teil eine soziale Frage.
00:29:22: Und wir haben Interview und Interviewerinnen die das wirklich gerne machen und die prädestiniert dafür sind mit Menschen der Vertrauensebene aufzubauen – auch noch ganz wichtig!
00:29:31: Das ist ja nicht mehr so wie früher zu meiner Zeit als ein Studentenjob.
00:29:34: Die Leute sind heute angestellt, das sind top ausgebildete Interviewer.
00:29:42: Dieses Bild, das du hast habe ich gar nicht.
00:29:45: Das ist das erste...das ist einmal nur die Feldarbeit!
00:29:48: Was ich so spannend finde, dass man Einstellungen, Werte und Motive von Menschen messen – jetzt gefährlich weil wir sind ja keine Naturwissenschafts- und sozialwissenschaftlichen Messen kann – und da sind Zahlen gießen können.
00:30:03: Und das finde ich immer wahnsinnig spannend.
00:30:05: Ich find es dann spannend wenn ein Ergebnis rauskommt wo ich sage Ah, das hätte man nicht gedacht.
00:30:11: Weil es gibt bei uns auch einen Standardsatz in der Braunstelaute hat umfangs sind zu Achtzig Prozent die Bestätigung vorhandenen Wissens.
00:30:18: Ich stehe nämlich auch beim Vorständen und ich sage dann, ja das haben wir euch schon gewusst.
00:30:22: Naja aber jetzt haben sie die Bestättigung dafür!
00:30:25: Ich möchte nur richtig schönes.
00:30:26: nicht meine Meinung sondern es gibt Stimmen die das behaupten.
00:30:29: Ja sehr schön gesagt ausgezeichnet.
00:30:32: Vielleicht zum Abschluss wie gesagt du bist ja auch ein politischer Mensch kennst die Akteure die Themen Wie politisch verrückt ist Österreich?
00:30:43: Gar nicht.
00:30:44: Oder ist das immer nur sozusagen diese Wahrnehmung der aktuellen Zeit oder was auch nicht aktuellen Beobachter?
00:30:49: Es ist jetzt gerade ganz schrecklich, die Koalition wird auch nicht lang heuten und es geht... Die Stimmung geht immer weiter runter.
00:30:56: Ist das Attentions- oder ist es immer nur die aktuelle Wahrnehnung, die Subjektive?
00:31:01: Wie lange kann man noch Zeit?
00:31:07: Das ist natürlich der neuen Zeitgeschuldet.
00:31:12: Es gibt den bekannten Historiker Oliverat Kolb, bei dem ich selbst auch zu meiner Seite an der Uni ein Seminar gemacht habe Und Oliver Radkopf hat das in einem Interview gesagt, die heutige Zeit ist sehr vergleichbar mit der Zeit rund um einzehnt hundert.
00:31:31: Auch damals haben sich die Menschen darüber beklagt dass die Welt sehr schnell geworden ist, sehr unübersichtlich geworden ist und ich glaube das ist das Thema unserer Zeit.
00:31:41: wir haben eine permanenten Dauerbeschaltung durch den neuen Medien, durch die Digitalisierung der Welt ganz grundsätzlich.
00:31:48: es ist unfassbar schnell geworden.
00:31:53: Wir haben aktuell keinen positiven Ausblick.
00:31:56: Egal was Wirtschaft betrifft, was Kriegerische auseinandersetzungen betrifgt und das alles beeinflusst unsere Stimmung und unser Verhalten.
00:32:06: Und manchmal denke ich mir vielleicht war die Zeit in den Achtzigern gar nicht so schlecht also ich war fünfzehn wie Chernobyl passiert ist und wir haben einmal nach fünf Tagen hat man mal so gehört da war was.
00:32:22: Und dann hat der Karl-Michel Belfredi noch im Wettbewerb gesagt, da war irgendwas.
00:32:28: Der Wind kommt eh von West nach Ost des Warzee hinüber und dann hat es geheißen und darfst keine Schwärme lesen und nimmer Fuß bespielen.
00:32:36: Stell dir vor,
00:32:38: Reaktor
00:32:38: Unfall Cernobyl oder Saporischer jetzt was da los wäre?
00:32:43: Und damals haben wir das einfach nicht gewusst!
00:32:46: Die Zeit war schon entspannter und das alles führt dazu, dass wir heute in einer sehr aufgeregten Zeit leben wo wir alle das Gefühl der Überforderung haben.
00:32:56: Und dementsprechend ist die Stimmung so schlecht und da möchte ich mich für die Regierung ein bisschen aufs Gleis hauen Wir geben den Regierenden auch keine Zeit mehr.
00:33:07: Es muss alles sofort und jetzt und in der Sekunde passieren und auch die Auswirkungen müssen sofort ausgestaltet sein und das geht halt nicht.
00:33:19: Aber glaubst du, dass gleichzeitig es gibt ja immer natürlich diese Wahrnehmung, die bestätigte Wahrnehnung der Politiker, die Politiker lebt von der Glaubwürdigkeit?
00:33:29: Ja, natürlich!
00:33:29: Jetzt hat man aber ein nettes Gefühl wenn man sich immer gleichen Phrasen, die immer gleiche Wiedergabe von Nullsätzen anschaut, dass gerade in dieser Zeit wo soll auch dieses mediale vielseitige Angebot gibt und man noch mehr durch Glaubwürdigkeit sich positionieren könnte, weil man hat das Gefühl...
00:33:49: Na gut.
00:33:49: Wer ist wer?
00:33:50: Es
00:33:50: wird das Risiko gesehen, dass man halt auch Fehler macht mit Social Media natürlich für Ankelsfläche bietet Und dann ziehen sie sich noch weiter zurück in die nächste Phrase Obwohl es eigentlich so dieses... Es war nur nie so leicht finde ich Weil jeder sich relativ gleich positioniert und gleich darstellt irgendwie anders zu wirken und nicht so nach System Apparaten auch gleichsprechend.
00:34:10: Und irgendwie, das passiert ja trotzdem nicht.
00:34:13: Das ist ja keine Hexenwissenschaft oder da braucht kein Nobelpreis dafür, da was anderes zu machen, weil das Gefühl passiert es halt nicht.
00:34:18: Warum?
00:34:19: Ja!
00:34:20: Es kommt sehr oft aus einer Haltung der Überforderung und der Unsicherheit.
00:34:28: Die Menschen die wie du es richtig sagst so diese Standard-Sätze haben wurden auch darauf geschult.
00:34:34: Interessanterweise findet man das auch sehr häufig mittlerweile bei Sportlern was auch kritisiert wird, interessanterweise.
00:34:42: Und auf der politischen Ebene haben wir das auch.
00:34:45: Welche Regierungspolitiker oder Politikerin hat deiner Ansicht nach die größte Glaubwürdigkeit?
00:34:50: Sie hat ja nicht redet wahrscheinlich, ne!
00:34:52: Na aber frage an dich wen würdest du da benennen?
00:34:56: wenn siehst du in der Regierungsmannschaft aktuell als den wo du sagst Der wird schon ganz gut ankommen.
00:35:03: Ich bin ein neutrales Element.
00:35:06: Okay, Markus Matterbauer.
00:35:08: Markus Materbauer ist klar positioniert, linker Ökonom.
00:35:20: Ganz frei von der Leber weg.
00:35:21: Warum kann er das?
00:35:23: Weil er weiß, wofür er rüber spricht.
00:35:26: Er hat eine fundierte Ausbildung gefundete Swissen als Anerkanter am Ökonom.
00:35:30: Die Menschen wissen wo er steht und trotzdem kommt er deutlich besser an als seine Kolleginnen und Kollegen.
00:35:37: Also... Das geht schon!
00:35:39: Aber Martabauer ruht in sich.
00:35:42: Martabaur ist sich dessen was er kann und weiß seiner selbst sicher.
00:35:47: Deshalb kann er so agieren.
00:35:50: Die meisten in der Politik, die nicht zu agieren sind meistens sehr unsicher und deshalb dann auch nicht authentisch.
00:35:58: Aber allein um dir zu widersprechen würde ich jetzt anführen... Es geht ja nicht immer nur um Floskeln, die man jetzt eins-zu-eins wiedergibt weil sie irgendwer aufschreibt sondern es geht auch darum wie man Themen benennt.
00:36:08: ob man sie benennte und da könnte man jetzt anfühlen macht Sinn bei einer Budgetrede zwanzig Minuten über den Iran zu reden ist für mich da eine Form von ausreichender?
00:36:18: Nein, überhaupt nicht.
00:36:19: Weil es ist interessant ... Es war immer so ein Ölpreisschock.
00:36:25: Der Ölbreissschock in den Siebzigerjahren, wo die Opel einfach die Förderung zugetreten hat und siehe da die Preise in die Höhe gegangen.
00:36:34: Es gab eine Energiekrise und dass es einen weltpolitischen Einfluss gibt, insbesondere beim Thema Energie is nothing new.
00:36:42: Warte ganz kurz!
00:36:43: Und jetzt gibt's aber auch einen Unterschied.
00:36:45: In den Siebzigerjahren ist man einfach hergegangen und hat gesagt, wir sparen jetzt die Energie.
00:36:50: Der Herr Bundeskanzler Bruno Kreiske damals gesagt empfiehlt die Nasserasur weil mit dem Elektrorisierer verbraucht mehr Energie?
00:36:56: Kein Schmäh!
00:36:58: Weit das hat man gesagt.
00:36:59: jeder pickt sich ein Autofspickl wo da einen Wochentag draufsteht und wir fahren am einen Tag nicht mit dem Auto.
00:37:06: Hat es irgendwer gestärbt?
00:37:08: Nein, hat er's nicht.
00:37:09: Und ich sag doch warum nicht?
00:37:11: Weil diese Generation hat die Stunde null im Fünfundvierzigerjahr erlebt wo es nicht einmal Penicillin gescheit gegeben hat, damit man die Leute versorgen hat können.
00:37:19: Das heißt unser Gesellschaft heute hat nicht mehr diese Resilienz, die die Vorgänger-Generationen hatten und deswegen regnen wir uns über alles auf!
00:37:27: Nächstes Thema Corona.
00:37:29: Wenn du meinem Großvater, der in den Neunzehnfünften Jahrgang war und Hilfsarbeiter Zwei Weltkriege miterlebt hat.
00:37:36: Die spanische Grippe, ein neunzehn-zwanzig-einundzwanzige Lebt hat!
00:37:39: Wenn du den heute gesagt hättest ja blöd in der Coronapandemie da haben wir zu Hause sitzen bleiben müssen hätte er gesagt was?
00:37:47: Ihr habt zu Hause sitzen bleiben müssen damit ihr euch selber schützt.
00:37:50: in der Zwischenzeit haben sie nach einem Impfstoff gesucht und ihr habt das bezahlt bekommen.
00:37:54: Der Held uns ausklacht.
00:37:56: Der hat gesagt, was wollt ihr eigentlich?
00:37:58: Und das ist das Problem der heutigen Zeit.
00:38:02: Wir haben das Problem, dass wir nicht mehr Resilient sind.
00:38:05: Dass wir nicht bei manchen Themen sein Gebiete kommen.
00:38:09: Nicht leicht aber wir werden es durchdrucken.
00:38:11: und das letzte Wort dazu ein neues Buch von Francis Fukuyama, der geschrieben hat, das Ende der Geschichte.
00:38:18: Er hat jetzt geschrieben ja es gibt diesen Umbruch, es gibt einen Zulauf zu populistischen Parteien.
00:38:23: und weißt du warum?
00:38:23: er sagt, warum?
00:38:24: das ist aus Langewelle und dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.
00:38:29: Ich will jetzt keine Grundsympathie in Richtung Matta bei uns erstellen, du bist sehr weit gegangen in Richtung Stunde Null Corona aber vielleicht nur als abrundenden Punkt.
00:38:40: es klingt halt vielleicht auch in der Wahrnehmung so wenn Politiker in der Beschreibung einfach ganz weit weg beginnen und nicht bei sich selber klingt das halt so.
00:38:50: Es ist immer jeder Schuld nur Der eigene Zugang, das eigene Verhalten, die eigene Politik nicht.
00:38:55: Warum kann man das nicht einfach umdrehen?
00:38:57: Einfach nur... ...um das Gefühl zu vermitteln.
00:38:59: Hey!
00:39:00: Wir machen auch Fehler.
00:39:01: Das passiert wahrscheinlich in der Wahrnehmung ein bisschen
00:39:03: hängiger oft.
00:39:03: Aber ja also da bin ich bei dir.
00:39:08: Da bin ich wieder bei diesem Thema Unsicherheit.
00:39:13: Dass viele Politiker und Politiker einfach nicht so agieren, wie du das jetzt beschrieben hast.
00:39:21: Weil sie ebenso unsicher sind und das ist bei Mathebau nicht der Fall.
00:39:25: Mit Mathebaus sagt er zum Beispiel, ich würde dir eine Erbschaftssteuer machen.
00:39:27: Das bringt es heute nicht durch.
00:39:28: Ja?
00:39:29: Er sagt selber, er bringt's nicht durch!
00:39:31: Was
00:39:31: ist unsicher?
00:39:33: Das ist dein Beruf?
00:39:35: Nein, nein... Ich rede nicht von Mathebau sondern ich rede vom... Nein, ja, nein, nein.
00:39:41: Es gibt wahnsinnig viele Menschen die in diese Positionen kommen, die eigentlich dort überfordert sind Wussten, ob das der Beruf ist oder nicht?
00:39:49: Und außerdem können wir auch darüber diskutieren.
00:39:51: Max Weber hat gesagt, der Politiker ist im Beruf.
00:39:54: ich glaube er ist mehr Berufung als Beruf.
00:39:58: Ich sehe es ja nicht das klassischen Job aber die Menschen kommen in diese Position sehr oft und sehen dann eigentlich bin ich hier nicht richtig.
00:40:10: Okay, wir müssten die Grundsatzfrage stellen überhaupt.
00:40:13: Wozu Politik?
00:40:13: das machen wir wahrscheinlich ein anderes Mal nicht mehr heute?
00:40:16: Aber du wolltest mir am Ende noch sagen wie viel Prozent die KPO in Graz dann haben wird.
00:40:21: Wir weisen sie aus in einer Schwankungsbreite von neunundzwanzig bis fünfunddreißig Prozent und ich hoffe Deutsch lagen Sie irgendwo auf!
00:40:29: Wir reden wieder.
00:40:31: Bis dahin Dr.
00:40:32: Peter Hayek vielen Dank für die Zeit und bis zum nächsten mal.
00:40:35: Danke.
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