Julia Zotter, hast du wirklich kein schlechtes Gewissen?
Show notes
Sie beschäftigt sich beruflich mit der wohl schönsten Nebensache der Welt: Schokolade. Julia Zotter ist im Familienunternehmen aufgewachsen und hat im Frühjahr die Zotter-Geschäftsleitung von ihrem Vater übernommen. In dieser Folge sprechen wir mit ihr darüber, wie es ist, in große Fußstapfen zu treten – und ob sie sich davon unter Druck setzen lässt. Es geht um ihren eigenen Zugang zur Marke, um mutige Ideen und die Frage, warum Zotter bewusst kein internationaler Konzern werden will.
Außerdem erzählt sie von No-Pants-Partys in Shanghai, dem Konzept hinter dem „Essbaren Tiergarten“, das zuletzt für Kritik von PETA gesorgt hat, und warum man Schokoladensorten wie „Hirn mit Ei“ zumindest einmal probiert haben sollte. Eine Folge über Tradition und Veränderung, Verantwortung im Familienbetrieb und den Mut, ungewöhnliche Wege zu gehen.
Show transcript
00:00:00: Das hätte unsere Unternehmen umgebracht.
00:00:02: Also auch wir als Zotter Schokolade gehören eigentlich noch dieser Craftschokolladeszene
00:00:07: an.
00:00:07: Wie kommentierst du das?
00:00:10: Dass die Milka-Dafel trotzdem so verdammt teuer bleibt.
00:00:13: Jetzt kann er nicht mehr sagen, hey wenn wir das jetzt machen dann ist es alles meine Entscheidung und er muss dafür in den Häfen gehen.
00:00:18: Fitness aus Seimpik und wie diese ganzen Dinge halt aktuell herumschwieren merkt, ist es wirtschaftlich
00:00:25: Spürbar.
00:00:25: Ich meine, mein Vater ist jetzt keine unverrückte Person und wir werden garantiert kein multinationaler Konzern weil das aushalten, das schaffen wir nicht.
00:00:32: Jetzt
00:00:32: kommst du daher, machst die Leute süchtig mit Zucker, hast du in irgendeiner Form ein schlechtes Gewissen?
00:00:40: Ja, meine sehr verehrten Damen und Herren herzlich willkommen zurück zu einer weiteren Folge unseres bittersüßen Podcasts!
00:00:46: Mensch merke ich freue mich sehr auf die heutige Episode natürlich auf unseren Gast und auch ein Thema ja ein Thema das glaube ich so gut wie alle Menschen begeistert.
00:00:54: Es gibt sehr wenige, die sagen würden naah ist nix für mich und sind mir sehr suspect zumindest.
00:00:59: Nicht nachvollziehbar!
00:01:01: Ich würde sagen es ist das letzte Genussmittel in einer Welt, die manchmal wirklich herausfordernd ist, wenn wir mal reden, dass geht um die gute alte Schokolade Und das besprechen wie mit einer jungen Dame, die vor kurzem ja ein Familienunternehmen übernommen hat Dass man kennt national- und international schon seit langer Zeit viel Furore sorgt.
00:01:19: Wir freuen uns sehr, dass ihr heute hier ist.
00:01:20: Herzlich Willkommen Julia Zotter.
00:01:22: Hallo, danke, dass ich da sein darf.
00:01:24: Also... Ich freue mich über Schokolade reden zu dürfen!
00:01:27: Ich mich auch, großer Fan.
00:01:29: Wenn es für dich okay ist, starten wir relativ klassisch.
00:01:32: Du bekommst ein paar Fragen und gibst sehr intuitiv kurze Antworten aus dem Bauch heraus.
00:01:38: Da wünsche ich mir viel
00:01:38: Glück.
00:01:39: Ich mir auch.
00:01:39: Wir starten herausfordernd Und mutig mit der ersten Frage Milka oder Lind?
00:01:47: Tatsächlich Lind
00:01:49: E-Mails oder WhatsApp?
00:01:52: E-mails
00:01:53: Zart bitter oder vollmilch
00:01:55: Zart bitte.
00:01:56: Die KI ist für mich
00:02:00: ein nützliches Werkzeug,
00:02:02: eine Zuckersteuer finde ich.
00:02:06: Ein interessantes Konzept!
00:02:08: Wer ist Sturer Julia oder Josef?
00:02:14: Also wenn du mich fragst dann definitiv mit Vater.
00:02:17: Okay das war absehbar.
00:02:18: Innovation durch Chaos oder Struktur?
00:02:21: Chaos
00:02:22: Familienunternehmen Doppelpunkt Privileg oder Goldener Käfig
00:02:27: Privileg.
00:02:30: Das erste Wort, das dir bei Nestle einfällt?
00:02:38: Waren an der Entwicklung von Milchschokolade dran also eine wichtige Firma für die Geschichte der Schokolade.
00:02:46: Das ist ein bisschen mehr als ein Wort aber ich nehme es so zu Kenntnis.
00:02:50: welche Schokoladen liegt bei dir am Nachtisch oder am Morgentisch am Frühstückstisch?
00:02:55: Puh!
00:02:55: Also ich habe tatsächlich Frühstückschokoladen.
00:02:59: Meine Frühstückschokolade momentan ist die
00:03:04: Yuzu,
00:03:05: also so eine sonnige japanische Zitrusfrucht.
00:03:09: Und die haben wir in einer Garnage verwandelt und da geht die Sonne auf.
00:03:15: Spannend!
00:03:17: Wie sehr nerven dich Fragen zu deinem Vater?
00:03:20: Ich finde sie mal lustig.
00:03:22: Wann endet dein Arbeitstag im Schnitt?
00:03:27: So was um fünf Uhr... Fünf am Nachmittag.
00:03:31: Eine Zotter-Sorte, die wir nie hätten machen sollen?
00:03:34: Gibt's die?
00:03:35: Ja!
00:03:36: Ananas und Paprika ist die einzige, die mit Recht am Friedhof
00:03:40: begraben liegt.
00:03:41: Klingt gar nicht so wild.
00:03:43: Letzte Frage der größte Unterschied zwischen Österreich und China.
00:03:49: Woa... Sofern es einen gibt muss ja noch sein.
00:03:52: So anders waren die Leute nämlich auch nicht dort.
00:03:56: Also wenn's um die Fressverliebtheit geht sind wir beide... Nationen ziemlich ähnlich.
00:04:00: Und die Lust an der Schokolade ist ähnlich?
00:04:03: Ja, stimmt!
00:04:04: Die Lust an eine Schokolad ist weniger in China aber weil sie es einfach so nicht
00:04:07: kennen.
00:04:10: Okay...
00:04:12: Aber ich tue mir tatsächlich schwer einen nationalen Unterschied zu machen.
00:04:16: vielleicht die Musikverliebtheit ist bei uns ein bisschen mehr.
00:04:21: Der oder die klassische Kinesin ist gleich kristgremig wieder oder die Österreicherin?
00:04:25: Oh ja.
00:04:25: Schon?!
00:04:26: Ja, also wenn man die richtigen Leute erwischt.
00:04:29: Die sind sehr, sehr bunt in ihrer Ausdrucksweise.
00:04:32: Bunt?
00:04:33: Spannend!
00:04:33: Vielleicht kommen wir später noch drauf.
00:04:35: jetzt würde ich sagen wir schließen kurz diese erste Frage runter und kenne uns über das Gespräch.
00:04:41: Ich freue mich.
00:04:42: Es war bei der Recherche tatsächlich nicht ganz so leicht die richtige Fragen zu finden.
00:04:47: wissen dass du wie erwähnt seit Kurzem ja des Businesses übernommen hast Und dir gefühlt einen Medienmarathon hingelegt hast.
00:04:56: beeindruckend ist, dass es jedes Medium global gefühlt möchte mit dir reden.
00:05:00: Jeder Podcast Host lädt dich ein.
00:05:03: jetzt die Frage von mir wie gehst du damit um?
00:05:07: Mit dieser medialen Aufmerksamkeit sagst du ja das cool.
00:05:09: ich habe eine Plattform an meiner Geschichte zu erzählen und diese sehr interessant auch die Geschichte des Unternehmens der Familie.
00:05:15: oder sagst Du boah nach dem hundertmal die Hundert gleiche Frage ist irgendwann echt zach.
00:05:23: Also ich muss sagen, wir haben das Glück dass wir so vielfältig sind als Unternehmen.
00:05:27: Dass man selten die gleichen Fragen gestellt bekommt.
00:05:30: also ja vielleicht was ist deine Lieblingsschokolade?
00:05:33: okay?
00:05:33: Das ist vielleicht die top eins Frage die man so gestellt bekommt.
00:05:37: aber ansonsten gibt es so viele verschiedene Themen über die man reden kann und wir sind ja ein Unternehmer das eigentlich sehr gerne über unsere Themen redet und das eigentlich darauf aufbaut dass es Diskussion zur Schokolade gibt.
00:05:52: Allein wenn man unsere nicht zu ganz klassischen Geschmäcker anschaut, das ist eigentlich wirklich cool finde.
00:05:57: Also ich rede gerne über Schokolade.
00:05:59: Ich habe gedacht dass ihr die klassischste Frage überhaupt die absolut nett steihen darf bist du bereit in die Fussstoffe deines Vaters zu treten?
00:06:07: Das wäre so der Stimmungskiller schlechthin.
00:06:10: Wieso eigentlich?
00:06:12: Wir arbeiten schon so lange zusammen.
00:06:13: also das Unternehmen gibt es tatsächlich seit acht und dreißig Jahren.
00:06:17: Und das weiß ich so genau weil ich im selben Jahr geboren bin.
00:06:20: Insofern bin ich damit aufgewachsen und natürlich auch mit meinen Eltern im Unternehmen aufgewachsen.
00:06:26: Und da hat es eigentlich nie wirklich so diesen Wettbewerb gegeben, weil es war oder sie ist einfach unser aller Leben.
00:06:33: Insofern brauche ich nicht in die Fußstapfen meines Vaters treten wenn ich meine eigenen Fußstabfen ja eigentlich eh schon gezogen habe.
00:06:41: Ich hab überhaupt nicht das Bedürfnis oder dieser Druck dass ich ihn jetzt in irgendwas übertrumpfen so was machen müsst, weil warum sollte ich das tun?
00:06:54: Wir sind ja eigentlich... wir sind ein Familienunternehmen.
00:06:56: Wir arbeiten zusammen.
00:06:59: Er hat oder meine Eltern beide haben eine richtig geniales Unternehmen aufgebaut und es ist eine Megaleistung, auf die ich irrsinnig stolz bin.
00:07:08: Ich brauche da jetzt nicht Angst vom Schatten haben!
00:07:11: Ich bin wirklich froh und dankbar dass sich einfach weiter das Kapitel in unserem Buch weiterschreiben darf.
00:07:19: wahrscheinlich oft auch von außen so diese Erzählung irgendwie eröffnet wird, dass eben der große Schatten des Vaters und man misst halt auch am Erfolg der Personen jetzt seien es die Eltern oder die Generation davor, die halt diesen Erfolg bereitet haben.
00:07:35: Das heißt du machst dir selbst nicht wirklich Druck oder misst du dich selbst?
00:07:39: Ich meine das ist jetzt... Du bist sehr jung in der Rolle aber glaubst du, dass dieser Moment kommt wo du sagst Ich möchte in dieser Zeit auch mein Highlight setzen, meinen Fußstapfen oder mein Vlog einschlagen.
00:07:53: Also ich glaube bei uns geht die alles so verrückt ab dass ich mir keine Sorgen machen muss das nicht irgendwas krasses irgendwie passiert oder da seine neue Ideen kommen.
00:08:03: Ich stelle mir das schwieriger vor... wenn man einen klassischeren Unternehmensweg oder eine klassische Unternehnensstrategie hat.
00:08:11: Aber bei uns ist es ja so, wir machen auch Dinge die absolut gegen die Regeln sind oder gegen das Konforme weil's uns einfach gefällt oder weiß ich jetzt gerade richtig anfühlt.
00:08:21: Insofern habe ich keine Angst davor dass mir eh nicht genug einfallen wird dass wir nicht irgendwelche tollen neuen Ideen haben werden, weil unsere Firmenkultur einfach darauf aufbaut.
00:08:34: Dass Kreativität und Innovation auch etwas sind die zur richtigen Zeit und zum richtigen Moment kommen wenn man mit offenen Augen und Ohren durch die Welt geht.
00:08:46: Das ist was anderes, wenn ich mich jetzt in ein stilles Cammerchen setzen müsste und ganz schwer überlegen welche zehn neuen Sorten wir jetzt machen möchten.
00:08:53: aber meistens ist die Liste länger als die Zähne, die wir tatsächlich auch jedes Jahr aufnehmen können.
00:09:00: Insofern ist das kein Problem.
00:09:03: Natürlich hast du den Druck... Ich meine mein Vater ist jetzt keine unverrückte Person!
00:09:06: Insoferen ist natürlich jetzt die Frage okay geht man es jetzt einmal ruhiger an zum Beispiel ist das gescheit oder aber eigentlich.
00:09:16: also bis jetzt ist der Druck noch nicht angekommen und ich hoffe es bleibt
00:09:19: so.
00:09:19: Und vom Typ her, du hast ja gesagt dass ich darf's wiederholen bisschen verrückt oder crazy wie auch immer.
00:09:26: Gibt es da Ähnlichkeiten, die du erkennst an dir jetzt in dem Alter?
00:09:30: Also ich glaube deswegen arbeiten wir gut zusammen definitiv.
00:09:35: also wir sind eher berüchtigt bei unseren Kollegen.
00:09:39: also wir haben zwei Listen normalerweise einen neuen Ideen gewisse Dinge setz mal gleich um aber wenn wir uns dann zusammen reden dann entstehen Bauschen wir uns gegenseitig auf oder das wird dann alles nur noch komplexer und noch ein bisschen da können auch was dazutun.
00:09:56: Und das kann man ausprobieren, insofern ergänzen wir uns sehr stark.
00:10:02: Ich habe natürlich sehr lange die Rolle in der zweiten Ebene gehabt Das heißt gewisse Sachen hab ich einfach anders angehen müssen als es mein Vater sein Unternehmerleben lang der Chef war sozusagen angehen musste.
00:10:18: Das prägt mich natürlich, also in eine Richtung dass ich jetzt sage, ich bin vielleicht mehr mit unserem Team aufgewachsen, dass ich mir auch Teil vom Team verstehe was er in einer Geschäftsführer Position nicht da bist.
00:10:31: eigentlich ist ein relativ einsamer Sessel.
00:10:34: Also das ist vielleicht dann etwas andere herangehensweise.
00:10:37: Ich bin noch mit allen Mitarbeitern per Du.
00:10:40: Insofern ist da auch eine gewisse Barriere gar nicht gegeben.
00:10:45: Das ist vielleicht ein Unterschied zwischen uns, aber ich habe auch meine No-Pants-Partys in Shanghai gefeiert im Schokoladenteater.
00:10:57: Wir haben schon beide unsere Schregenideen.
00:10:59: D.h.,
00:10:59: die Vorstellung wie es geht wird eine Doppelspitze also Generation Jung und Alt und ihr werdet beide operativ noch aktiv, dass zwei Verrückte einzusperren werden extrem wild im Outcome oder?
00:11:13: Ja genau!
00:11:14: Versuchbar zu vermeiden?
00:11:16: Also wir haben, also Papa und ich, wir arbeiten schon so lange zusammen.
00:11:20: Meine Mama ist ja auch im Unternehmen aber sie ist eher der, wie soll ich sagen, strategische kühlere Kopf.
00:11:27: Und Papa und Ich arbeiten schon solange zusammen dass wir eigentlich wirklich gut uns auch ergänzen können.
00:11:35: Es ist jetzt keine Übergabe gewesen sondern im Prinzip ein Übergang.
00:11:41: Also Papa ist genauso im Unternehmer noch immer noch sein gleiches Büro.
00:11:46: Er macht auch prinzipiell noch die gleichen Dinge, die wir vorher auch oft gemeinsam gemacht haben.
00:11:53: Jetzt kann er nicht mehr sagen hey wenn man das jetzt machen dann ist es alles meine Entscheidung und er muss dafür in den Häfen gehen.
00:12:02: Das war manchmal so ein Knockout Argument für ganz schräge Sachen.
00:12:06: Jetzt kann ich sagen, das ist bei mir das Problem.
00:12:10: Aber im Prinzip ist es eine gemeinsame Sache.
00:12:12: aber er beginnt jetzt immer mehr sich zurückzuziehen also dass er vielleicht einmal früher nachmittag heim fährt.
00:12:20: Letztens ist er in einem Baumarkt gefahren um Pflanzen zu kaufen und das hat er vorher auch so noch nie gemacht.
00:12:24: Also einfach diese Freiheit auch zu genießen, dass er jetzt ein bisschen mehr loslassen kann.
00:12:33: die Erfahrung, er hat die Leidenschaft.
00:12:36: Er hat das alles und es geht ja nicht einfach weg nur weil jetzt die Pension aufs Konto kommt.
00:12:42: dass weiterführen zu können und auch weiter leben zu können ist für mich ein Schatz den ich sehr gerne nutze und für ihn eine Möglichkeit langsam loszulassen aber immer noch das zu machen was er liebt
00:12:55: Und das ist
00:12:56: gut.
00:12:57: Es wäre meine Frage gewesen, wie er mental damit umgeht?
00:13:01: Also tut er so weiter und es wär nix passiert.
00:13:03: Er hat sein Büro, er hat seinen Ablauf, er hatte Routine.
00:13:05: im Hintergrund sind die Formalitäten noch ein bisschen anders aber der Alltag ist der gleiche.
00:13:10: aber anscheinend versucht in kleinen Schritten diese Änderung herbeizuführen eben jetzt mit Blumen.
00:13:16: Genau ja also er ist nicht dieser klassische Familienpatriarch.
00:13:24: Wenn dem so gewesen wäre, mein Bruder ist unser IT-Chef der kann alle Schlüssel austauschen und seine Karte ungültig machen.
00:13:33: Wie wir darauf reagieren?
00:13:35: Aber
00:13:35: was würde passieren?
00:13:36: Ach er findet schon seine Wege ins Unternehmene hat sie gebaut also aber er isst.
00:13:41: zum Glück.
00:13:42: niemand der an seiner eigene Unabdingbarkeit glaubt oder Unfählbarkeit...
00:13:49: Also auch er glaubt er ist ersetzbar
00:13:51: Ja, aber er macht halt das gerne was er macht und er zieht sich jetzt mehr zurück.
00:13:56: Und es ist ja nicht so dass wir diesen Übergang erst seit ein paar Jahren planen sondern vor allem er oder meine Eltern waren immer sehr gut darin meinen Bruder und mich und wir sind ja auch beide noch im Unternehmen uns sehr stark einzubinden.
00:14:12: Also eine Entscheidung, die sagen wir mal mein Vater vor zehn Jahren getroffen hat.
00:14:17: Die aber das Unternehmen jetzt noch beschäftigen und in den nächsten Jahrzehnte noch beschäftigt werden waren Entscheidungen, die wir gemeinsam getroffen haben.
00:14:25: Das ist nicht so gewesen als er sagt mir ist es jetzt wichtig und mir ist das Wurscht was ihr dann in zehn Jahren macht oder wie ihr damit zurechtkommt.
00:14:34: Das war nie das Thema.
00:14:35: Also wir hatten immer anteilenden Entscheidungen und insofern ist es jetzt auch kein Konflikt, wenn ich die Allmacht habe muss sich jetzt nicht alles umreißen oder alles anders machen oder da irgendwelche Konflikte anfangen weil das Unternehmen so wie es jetzt dasteht ist das Unternehmen dass ich genauso mit aufgebaut hab und wo ich meine eigene Handschrift sehe.
00:15:01: Und vielleicht ist deswegen auch nicht so der Drang dazu da oder dieser Druck in seine Fußstapfen zu treten, weil ich einfach die Möglichkeit hatte, meine eigenen Fußstabfen schon zu machen.
00:15:13: Das haben meine Eltern – vor allem mein Vater – sehr gut gemacht im Aufbau.
00:15:18: Ich glaube das etwas ist, dass viele Familienunternehmen schon sehr stark beschäftigt und was auch zu Problemen führt.
00:15:25: aber einfach weil wenn man sich selbst für zu unfehlbar, zu unabdingbar und unabkämmlich hält.
00:15:34: Dann glaubt man nie daran, dass es irgendwann auch ohne einen weitergehen muss.
00:15:39: Und das ist dann sehr schade für ein Familienunternehmen.
00:15:42: Papa ist großartig!
00:15:43: Aber jetzt genug von Papa?
00:15:44: Wie geht's der Mama?
00:15:45: Ah, eigentlich ist sie noch nicht offiziell in Pensionen Aber sie nimmt sich auch schon ein bisschen mehr zurück.
00:15:53: Die Mama ist genauso im Unternehmen wie er, hat es genau so mit aufgebaut.
00:15:57: Sie ist halt eher jemand die mehr im Hintergrund sein möchte eigentlich genauso wie mein Bruder.
00:16:02: also deswegen sind die meistens auf einem Backel und das passt eigentlich sehr gut und sie... sie isst diejenige die sich leichter tut mir loslassen weil sie sagt hey ihr Kinder macht's oder habt euch lang genug gemacht?
00:16:18: Das ist jetzt Eure Aufgabe und euer Weg.
00:16:21: Wir haben unseren so beschritten wie wir ihn wollten, wir freuen uns wenn er den weitergeht aber wenn ihr jetzt beschließt dass irgendwo eine Kurve drinnen ist oder eine Kreuzung dann ist das in Ordnung weil es nicht... Es ist nicht ihre Aufgabe unseren Weg vorzuschreiten.
00:16:37: Das heißt die Mama braucht nicht jede Bühne und nicht jedes Podcaststudio?
00:16:40: Nein
00:16:41: nein!
00:16:42: Aber es ist lustig wenn der Papa und ich gemeinsam in einem Podcast
00:16:45: studen.
00:16:46: Du nicht mehr zum Wort.
00:16:48: Ja, na vielleicht beim nächsten Mal.
00:16:51: Macht es für dich jemand?
00:16:52: Das ist ja wahrscheinlich eher eine rhetorische Frage, du hast sie irgendwie angedeutet.
00:16:55: aber aufgrund dieses Umstandes dass ihr halt gemeinsam schon vieles gemeinsam erarbeitet habt und diesen Weg aufbereitet habt, ist das jetzt für dich trotzdem irgendwie ein Unterschied zu wissen?
00:17:06: Du bist trotzdem jetzt Big Boss?
00:17:08: Oh ja, also der erste Tag... Spürst
00:17:10: du es ein bisschen auf den Schultern?
00:17:12: Man stellt sich das irgendwie so.
00:17:13: Weil eh alles gleich weitergeht.
00:17:15: irgendwie ist so schwer den Tag X oder halt den ersten Tag sich zu überlegen.
00:17:22: man geht mit einem anderen Stolz durch glaube ich oder mit einem anderem Bewusstsein weil davor bist du nicht die letzte Instanz.
00:17:32: jetzt bin ich theoretisch die letzte instanz.
00:17:36: Dinge, die mir auffallen, die ich gerne ändern würde oder wo was fehlt.
00:17:39: Oder wo man noch etwas aufbauen sollte oder keine Ahnung eine Schraube die locker ist.
00:17:44: Die habe ich vorher anders gesehen als jetzt und das macht schon was mit einem.
00:17:49: Also es ist sicher ein anderes Gewicht auf den Schultern aber es ist auch definitiv leichter zu tragen in dem Wissen erstens sind wir noch zu viert im Unternehmen also nicht so dass kein Rückhalt da ist Und unser Team hat bis jetzt noch keine Revolte angezettelt und noch keine Mäuterei.
00:18:09: Das funktioniert ja.
00:18:11: D.h.,
00:18:11: das haben dich alles so gut es geht akzeptiert, alles?
00:18:15: Ja!
00:18:17: Es war natürlich eine interessante Frage ob das Dutzend zum Beispiel weitergeht.
00:18:23: Hat er das Du-Wort gelebt oder war das individuell?
00:18:26: Mein Vater.
00:18:28: Er ist mit den allermeisten per sie.
00:18:30: Es gibt ein paar Kollegen und Kolleginnen, die ihr von außerhalb der Firma kennt.
00:18:36: Und dadurch waren sie per Du und sind natürlich danach per Du gewesen.
00:18:40: Genauso meine Mutter hatte mit manchen ist sie per Sie, aber mein Bruder und ich sind prinzipiell mit allen per Du.
00:18:48: Das haben wir jetzt auch nicht geändert seit wir in die Chefetage gegangen sind weil wir wollen einfach nicht diese Barriere hat zwischen uns und dem Team Aber wir haben da auch eine ganz ... Wir sind da auch ganz anders aufgewachsen.
00:19:05: Also, das war fließender Übergang?
00:19:07: Genau ja!
00:19:09: Vielleicht noch mal kurz der Schwenk nach China, weil er ist ja trotzdem, ich glaube, ein sehr prägender Teil in deiner Biografie... Du gingst dahin gemeinsam an übereinkommen, nämlich an.
00:19:20: Hast du dieses riesige Theater aufgebaut, viel Zeit und Leben dort verbracht?
00:19:28: War das damals schon im Rückblick ein genialer Schachzug massives Vertrauen?
00:19:32: oder hätte es ganz anders ausgehen können?
00:19:36: Es ist ganz anders ausgegangen, als wir uns gedacht haben.
00:19:39: Wir sind ja nicht unbedingt als strategisch vorplanende Firma bekannt.
00:19:45: Werden wir auch nie sein.
00:19:45: Vielleicht gibt's
00:19:46: einzelne
00:19:46: Momente.
00:19:46: Deswegen sind sie immer so wie man sind und deswegen haben wir mittlerweile auch gelernt, wie werden?
00:19:52: garantiert?
00:19:52: kein multinationaler Konzern, weil das aushalten, das schaffen wir nicht.
00:19:58: China ist ein Experiment damals gewesen, an das wo man uns gesagt hat hier schauen wir mal wie wir mit unserer Vielfalt und unseren vielen Geschichten, mit unserer Komplexität die gar nicht ausschaut wie Schokolade in den meisten Produkten.
00:20:12: Wie können wir in einen neuen Markt gehen?
00:20:14: Und China als naja hungriges Land für neue Erfahrungen und Shanghai vor allem als sehr weltoffene Stadt hat sich da einfach sehr gut gegeben.
00:20:24: und ich hatte schon ein Jahr Auslandserfahrung in China im Prinzip schon ein bisschen zu Hause gefühlt.
00:20:30: und so haben wir das Schokotheater dort aufgebaut.
00:20:32: Es ist wesentlich kleiner als unser österreichisches, es ist auch nur eine kleine Schauproduktion wo es darum geht dass Kunden selber Schokolade machen können also so ein bisschen selber mischen und eigene Topings drauf tun usw.
00:20:45: Und die Verkostungstouren machen können.
00:20:47: Also dieses Prinzip Edutainment um überhaupt nicht vorhandene Schokokultur anzusehen sozusagen Vor dreizehn Jahren hat die Welt aber anders ausgeschaut, also Frieden im Großteil.
00:21:03: Zusammenarbeit eine positive Aussicht auf die Zukunft.
00:21:08: mittlerweile hat sich herausgestellt.
00:21:09: es gibt international dann doch einiges an Herausforderungen auf die wir zum Beispiel keinen Einfluss haben.
00:21:16: ich habe in China fünf Jahre lang gelebt hab das dort aufgebaut sehr viel selber dazulehnen müssen wie das überhaupt ist ein eigenes Unternehmen aufzubauen mit einem eigenen Team.
00:21:26: Wenn ich meinen eigenen Weg beschreiten kann, wie musst du überhaupt ausschauen?
00:21:30: Weil es war zwar Teil vom Familienunternehmen aber doch auf einem anderen Kontinent.
00:21:36: mittlerweile führt das Unternehmen meine Geschäftspartnerin.
00:21:41: also das ist mittlerweile in chinesischer Hand sozusagen, war aber auch eigentlich so gedacht.
00:21:48: Also jetzt vielleicht nicht.
00:21:48: vor dreizehn Jahren haben wir uns gedacht ja da ist der chinesische Markt uns offen.
00:21:54: mittlerweile sehen wir aber dass das Unternehmen wesentlich flexibler ist und schneller wenn sie drüben ihre eigenen Entscheidungen treffen können.
00:22:02: und da habe ich irrsinnig glückt mit einer Partnerin die die gleiche Einstellung hat wie ich.
00:22:09: Sie ist von Person an natürlich ein bisschen anders.
00:22:12: also ich hab diese übergabe es Szenerie schon einmal erlebt, aber eigentlich von anderen Seite.
00:22:18: Dass ich loslassen musste, dass ich jemanden die Verantwortung zugestehen musste und natürlich auch den Freiraum eigene Fehler zu begehen.
00:22:26: Und ich weiß das nicht leicht ist wenn man die Erfahrung eigentlich auf seiner Seite hat.
00:22:32: Aber sie macht das super!
00:22:34: Unser Team ist im Durchschnitt zwischen sieben und zehn Jahre bei uns was sehr langes für chinesische Verhältnisse und es läuft gut.
00:22:44: Aber es ist ganz anders als ich mir gedacht
00:22:46: hätte.
00:22:46: Gab's aber, wenn jeder Schritt gerade auch so ein mutiger neuen Markt erschließen und da gibt es oft zu Schlüsselmomente gabst du den Betil oder bei euch auch wo du jetzt vielleicht im Rückblick dir denkst okay wenn die damals den Schritt in eine andere Richtung dann wäre alles den Bach runter gegangen hat diese Momente gegeben wo du du denkst ok Gott sei Dank war das damals die richtige Entscheidung weil wer weiß was heute wäre wenn ich damals Irgendwie anders entschieden hat.
00:23:13: Gibt es das?
00:23:14: oder sagst du, dass war relativ straight?
00:23:17: Also es war nie straight weil wir nie wirklich gewusst haben was wird passieren.
00:23:21: also Wir waren die ersten mit so einem Konzept in Shanghai und wir haben natürlich gewisse Vorstellungen gehabt wie das alles laufen wird und wie toll es die Leute finden werden.
00:23:30: aber Die chinesische Kultur ist in der hin sich doch ein bisschen anders.
00:23:33: vor allem will niemand zu viel Schokolade essen wie sie können.
00:23:37: Bei uns ist das super drei hundertfünfzig verschiedene schokoladen zu probieren.
00:23:43: Ist das eher auf Schwierigkeiten gestoßen, weil die Leute nicht zu viel Schokolade essen wollten?
00:23:49: Die können sich das gar nicht vorstellen.
00:23:51: Das ist wie wenn bei uns jemand sagt probiert zwei Hundert verschiedene Gründtäs.
00:23:55: Denkst du okay da muss ich wohl schneller aus Klo gehen.
00:23:58: und in China ist es halt so ja mach schokolade so viele Essen ist er gar nicht gesund.
00:24:03: Das heißt, wir haben unsere ganze Tour umgestellt.
00:24:06: Um eigentlich eher auf Schokoladekultur zu gehen und mehr Verbindungen zum Beispiel zu Tee zu finden damit die Leute das besser verstehen können.
00:24:13: Es ist ein kontinuierlicher Lernprozess gewesen.
00:24:17: Und natürlich gibt es da Entscheidungen, die man aus dem Bauch heraus trifft, die dann gut waren.
00:24:24: wenn wir damals nicht versucht hätten mit so vielen Schulen zusammenzuarbeiten
00:24:28: z.B.,
00:24:30: hätten wir einiges an Touren, an Erfahrungen und vor allem auch an Bekanntheit in gewissen Kreisen gar nie erlebt.
00:24:38: Was einfach schwierig ist.
00:24:39: aber natürlich am Anfang mit Schulen aufzubauen ist eine gewisse Herausforderung.
00:24:44: also es hat so kleinere Sachen gegeben.
00:24:46: das größte in unserer Firmengeschichte oder die größte Herausforderung war dann tatsächlich aber Corona bis es das auf Verkostungen und Erlebnis aufgebaut ist, in einer Zeit aufrecht zu erhalten wo niemand das Haus verlassen darf.
00:25:02: Das war die größte Herausforderung.
00:25:04: War das damals
00:25:07: ein kompletter Shutdown?
00:25:09: Es war sogar so dass wir nicht vorausplanen konnten wie lang dieser Shutdown war.
00:25:15: also sind alle unsere Maschinen eigentlich nicht korrekt runtergefahren worden weil wir gedacht haben in eine Woche komme ich wieder rein.
00:25:22: Tatsächlich waren es dann drei Monate, wo niemand die Firma betreten konnte.
00:25:26: Und gab's von staatlicher Seite irgendeiner Form von Unterstützung?
00:25:29: So wie jetzt gemessen an
00:25:31: uns?
00:25:32: Eine Stundung der Steuern zum Beispiel solche Dinge natürlich.
00:25:37: aber Es war eine harte Zeit und da hat sich genau das eigentlich als richtiger Wiesn nicht... Ich war mir nie sicher, funktioniert das jetzt eben mit chinesischer Geschäftspartnerin.
00:25:47: Was ist wenn wir schwere Zeiten durchmachen?
00:25:49: Witz ist genauso durchziehen und das war der Test wo sie gezeigt hat hier dass es auch mein Herzensprojekt dabei sich durch.
00:25:56: da bin ich innovativ und dank ihr haben wir das dort überlebt.
00:26:01: also das war eigentlich dieses im Nachhinein dieses Loslassen dieses Vertrauen schenken dieses sehen.
00:26:09: wir haben das gleiche Ziel auch wenn man nicht immer den gleichen Weg verfolgen.
00:26:13: Das ist die richtige Entscheidung gewesen.
00:26:15: Wenn wir damals gesagt hätten, nein das soll nicht so sein!
00:26:18: Wir brauchen eine volle Kontrolle.
00:26:21: Ich muss das von Österreich aus managen können.
00:26:24: Das hätte unsere Unternehmen umgebracht.
00:26:26: Also dieses Loslassen und Vertrauen schenken ans Team hat uns gerettet.
00:26:31: Und der Wiedereinstieg dann in die Normalität?
00:26:33: Der war dann...
00:26:35: Ein langer und steiniger.
00:26:38: Na ja, wir sind ja ein Business, dass auch viel mit Tourgruppen arbeitet Und die meisten touristischen Unternehmen in China haben Corona als solches nicht gut überlebt, weil es auf eine Zeit war wo niemand Geld verdienen konnte.
00:26:53: Dann waren wieder neue Leute in dem Team.
00:26:55: da musste man wieder alles von vorne an aufbauen.
00:26:59: also war ohne Corona wäre sonst definitiv besser gegangen.
00:27:04: aber das natürlich für viele Sachen war und mittlerweile läuft alles wieder super
00:27:11: Perfekt, gab es damals in diesen ersten Expansionsplänen noch andere Kandidaten oder Märkte die in der engeren Auswahl waren?
00:27:19: Wir haben uns auch die USA überlegt.
00:27:22: Aber in den USA gibt's schon viele gute Schokomacher.
00:27:24: Die Leute lieben zwar Schokolade aber wollten dort jetzt nicht einer... In den USA hätten wir eine volle Produktion aufbauen müssen einfach weil dort die Schokokultur ja schon vor Ort ist, also hätten wir unsere Stärken anders gespielt.
00:27:38: Das haben aber damals nicht gemacht.
00:27:40: Es gibt zwar ein zweiter USA, aber das sind dann Importeur und die verkaufen Schokolade.
00:27:45: In China hatten wir die Möglichkeit es wirklich auf Edutainment-Basis aufzubauen Aber den Produktionsteil so klein wie möglich zu halten dass es als Schauproduktion funktioniert, aber nicht als Eigenproduktion.
00:27:57: Ich habe nur kurz lachen müssen.
00:27:58: was du gesagt hast Es gibt gute Schokoladen in den USA erwischt mir Julia Zotter tatsächlich hin und wieder.
00:28:05: Irgendwo geheim in einem dunklen Zimmer, wo sie ein Stück Linzschokolade an Lint hasen.
00:28:11: oder keine Ahnung?
00:28:12: Machst du so was heimlich?
00:28:14: Also sowas mache ich nur wenn ich eingeladen bin bei Freunden Und es gibt grad nix anders und man muss da höflich halberes Essen.
00:28:25: Das ist ja keine schlechte Schokolade.
00:28:27: Wenn's nicht gut schmecken wird dann wäre sie nicht erfolgreich.
00:28:31: Meine Herausforderung ist eher, dass ich eine gute Vorstellung davon habe wo die Rohmaterialien herkommen und wie sie angebaut werden.
00:28:39: Und deswegen macht es mir keine Freude das zu essen.
00:28:42: Also geschmacklich ist es nicht schlecht auch nicht besonders erinnerungswürdig würde ich jetzt einmal sagen aber keine schlechte Basis.
00:28:51: Aber die Anbaumethoden wie es den Bauern geht, wo das herkommt was das für Umwelt Auswirkungen hat.
00:28:59: Das sind Dinge die für mich ein starker Faktor sind und deswegen genieße ich sie einfach nicht.
00:29:04: Es gibt sehr gute Schokolade in den USA aber auch bei uns.
00:29:09: Ich habe sehr viele Freunde an der Craft-Schokoladeindustrie oder Szene, also wie Craft Beer oder Craft Coffee.
00:29:16: Das sind kleine Schokomacher die teilweise selbst mit Küchenmaschinen angefangen haben und mittlerweile auch wirklich schöne kleine Schokoladefabriken haben, die eine Ideologie haben, den ich genauso teile.
00:29:31: Also auch wir als Zotter-Schokolade gehören eigentlich noch dieser Craftschokoladeszene an.
00:29:36: Und das Schöne an dieser Szene ist... Wir sind Freunde!
00:29:41: Mitbewerber.
00:29:43: Bei uns freut sich jeder, wenn ein Kunde eine tolle Schokolade wo gegessen hat weil dann hat dieser andere Firma schon viel geleistet für das Verständnis von guter Schokolada mit tollem Hintergrund.
00:29:54: Dann haben wir weniger auffahnt.
00:29:56: und ähnlich ist es auch an bei uns jemanden eine gute schokolade Ist dass sie dann woanders vielleicht auch ein ähnliches erlebnes suchen.
00:30:03: und dieser austausch mit naja menschen die ähnliche Ideen haben oder halt Freunde auf dieser Ebene sein können, ist schon sehr toll.
00:30:11: Aber blickst du mit seiner Beobachtung des Mitbewerbs jetzt je nach Kategorie wie du es dann einordnest trotzdem auf Produktentwicklung Marketing die halt auch andere österreichische ganz so viele wird's nicht geben wahrscheinlich?
00:30:27: Ja in Österreich kann man das an
00:30:28: einer Hand erzählen.
00:30:29: Aber beobachte dass du die auch mit und überlegst hey die machen das ganz gut.
00:30:34: wo kann man lernen auch wenn sie vielleicht moralisch in diesen Raster reinkommen.
00:30:38: Sicher schaue ich mir das an und wenn was gut funktioniert für sie dann freue ich mich mit ihnen weil es ist ja schön, wir sind ja nicht die Weisheit mit Löffel gefressen und wir haben auch nicht ein Patent auf Innovation.
00:30:51: Es ist so schön zu sehen wie viele Richtungen das Spektrum Schokolade gehen kann Und natürlich kann man sich da auch inspirieren lassen Genauso wie andere Leute sich von unseren Schokoladen inspirieren.
00:31:04: Natürlich mag man es nicht.
00:31:05: Ich würde jetzt nie was eins zu eins kopieren wollen und ich mag's auch nicht, wenn das jemand von uns macht weil das einfach ideenlos ist.
00:31:13: Aber ich habe jetzt auch
00:31:14: keine angst davor.
00:31:15: gibt sowas wie ein schokoladezirk in österreich so ein netzwerk gegen sort treffen eine vertretung wo sie alle großen
00:31:21: Na also wir haben
00:31:23: Also
00:31:24: dafür ist es viel zu klein.
00:31:25: Es gibt sowas nicht einmal europaweit, das sind wirklich informelle Freundesnetzwerke und wir treffen uns halt für gewisse Messen.
00:31:34: oder teilweise fahren wir auch nur auf Messen nicht damit man untertags Schokolade verkaufen sondern mit einem Abend dann zusammensitzen können bei dem Kundenklauswein an uns unterhalten.
00:31:45: Vielleicht nur zwei Themen die wichtig sind vielleicht ein bisschen ernster?
00:31:50: Das war alles mir jetzt ernst, aber grundsätzlich dieses Thema Optimierung.
00:31:55: Selbstoptimierung ist ja ein Thema das jetzt nicht seit heute, aber schon seit einer Zeit die Gesellschaft beschäftigt.
00:32:01: und jetzt kommst du daher, machst die Leute süchtig mit Zucker, hast du in irgendeiner Form ein schlechtes Gewissen oder sagst du nahe?
00:32:09: Du musst der Mensch am Ende selbst entscheiden.
00:32:11: und am Ende des Tages bitte ich eigentlich Freiheit durch Genuss.
00:32:16: Also mein Anspruch ist schon, dass wir Schokolade machen die gut schmeckt und die einen Hintergrund bietet den man auch genießen kann.
00:32:26: Ich würde nie suggerieren das meine ganze Tafel auf einmal essen sollte.
00:32:29: natürlich passiert es ich esse eigentlich auch eine Tafeln am Tag aber ja das geht schon.
00:32:35: also ich finde bewusster Genuss ist wichtig und ich finde auch Wir haben schon genug Probleme damit, wenn wir ein schlechtes Gewissen wegen allem Möglichen haben müssen.
00:32:47: Weil am Ende um ehrlich zu sein das Licht geht aus dann ist man eh trotzdem die Darfelschokolade.
00:32:51: Also auch wenn uns keiner auf die Finger schaut.
00:32:54: Ich finde es ist viel besser darüber zu reden dass das in Ordnung ist, dass man Schokolade genießen soll und es schafft niemand der es nicht jetzt beruflich macht so wie ich einen Darfellschokoladen am Tag zu essen.
00:33:06: Und wenn man ab und zu das mal macht sicher aber solange man's genießt ist es doch vollkommen in Ordnung.
00:33:12: Schlimmer ist es, wenn man's trotzdem macht und dann auch noch ein schlechtes Gewissen hat deswegen.
00:33:17: Weil das ist eine psychische Belastung.
00:33:20: Wenn man's aktiv genießt und offen genieß'n Dann kann man sich anders damit auseinandersetzen Und dann muss man sich nicht deswegen verstecken.
00:33:27: Ich glaub', dann kann man's auch besser dosieren.
00:33:31: Also den muss ich mir ganz klar sagen Die Zottertafel ist durchaus schaffbar In welcher Altersstufe?
00:33:41: Eigentlich ist unser Ziel, wenig Zucker zu verwenden.
00:33:44: Natürlich wir haben auch weiße Schokoladen aber wir haben ganz viele Schokolade die eigentlich wenig Zucker enthalten und vor allem wenn man das jetzt will man kann sich ja auf dunkle Schokoladentrainieren.
00:33:55: um so ein Stück achtzigprozentige dunkle schokolade
00:33:59: natürlich.
00:34:03: ich bin noch gut trainiert darin.
00:34:05: wenn man sagen wir mal dass eine Woche lang aktiv macht dann entfaltet eine hundertprozentige dunkle Schokolade, ein unglaubliches Aromanspektrum für das am Anfang die Zunge einfach überwältigt ist oder der Gaumen.
00:34:19: Nach einer Woche hat man dann wirklich schöne
00:34:21: No-Us.
00:34:21: Aber hast du wirklich Lust?
00:34:23: Auf hundert Prozent!
00:34:24: Wirklich...
00:34:25: aber ich bin bei mir macht seinen Unterschied welche Tageszeit es ist.
00:34:28: also in der Früh bin ich eher süß zum Mittag eher fruchtig und am Abend ist es eh in Richtung dunkel.
00:34:34: und je später am Abend desto dunkler mag ich's
00:34:38: Spannend.
00:34:39: Aber ich stelle mir vor, wenn Leute Whiskey trinken, dieses superagentorfigen Whiskeys trinkst auch nicht am Nachmittag.
00:34:46: Das ist wahrscheinlich eher etwas für die späteren Stunden
00:34:49: des Tages.
00:34:51: Nein, muss es trainieren!
00:34:52: Das ist leichter als ein Marathon-Training.
00:34:56: Ah, wahnsinnart!
00:34:58: Aber ich nähere mich der Sache an... spürt sie das aber trotzdem?
00:35:02: Also diese Entwicklung da sind ... Fitness, Ausseimpik und wie diese ganzen Dinge halt aktuell herumschwieren.
00:35:08: Ist es wirtschaftlich spürbar?
00:35:14: Ich glaube, wir waren schon immer ein Genussprodukt oder der kleine Luxus und jetzt nicht etwas das man sich beim Fernsehen nebenher einfach so reinhaut.
00:35:23: also insofern im Schokoladeabsatz sind wir sehr stetig.
00:35:28: Wir merken aber dass zum Beispiel unsere veganen Produkte immer stärker verkauft werden und stärker nachgefragt werden.
00:35:35: Und wir haben seit ein paar Jahren eine Produktlinie, die heißt Quadratures Kreisers.
00:35:39: Da geht es um alternative Zuckerquellen.
00:35:41: Also zum Beispiel das Schokolade nur mit Datteln gesüßt ist.
00:35:44: Das heisst jetzt nicht dass es zuckerfrei ist weil auch Dattel enthalten Zucker aber es geht anders ins Blut
00:35:50: über.
00:35:50: Es hält länger sozusagen den Blutzuckerspiegel stabil und da sind Schokoladen die natürlich gerade dafür geeignet sind, dass man bisschen sich bewusster ernährt.
00:36:02: Klingt spannend!
00:36:03: Abschlittener, ich helfe dich.
00:36:04: nur zwei Fragen.
00:36:05: Ich hoffe sie gehen sich aus.
00:36:06: die eine wäre jetzt auch diese ganze Thematik.
00:36:09: wir leben in wirtschaftlich sehr unsicheren Zeiten.
00:36:12: das gibt ständig neue Herausforderungen Kakaopreise und diese ganze thematik.
00:36:18: Rohstoffe.
00:36:20: wie erklärst du dir das?
00:36:21: Das ist wahrscheinlich auch wieder seriotorischer aber trotzdem interessant deine Perspektive zu hören.
00:36:27: Es steigen die Rohstoffpreise, die Kakao Preise.
00:36:30: Das wirkt natürlich beim Endkunden aus.
00:36:33: Wenn das Ganze aber sinkt, sinkt der Preis für den Entkunden nicht immer mit.
00:36:37: Ich habe ein anderes Prinzip.
00:36:39: Wie kommentierst du das?
00:36:42: Dass die Milke da trotzdem so verdammt teuer bleibt?
00:36:47: Also ich hab jetzt keinen Einblick in deren Kostenrechnung.
00:36:50: Ich kann es noch von unserer Perspektive sagen.
00:36:52: also der Kakao-Weltenmarktpreis im Moment ist bei circa Drei Tausend Zwei Hundert Eise Dollar pro Tonne.
00:36:58: Das ist jetzt Basisweltmarkt Nämlich einmal anders, was auch in der Milka drinnen ist.
00:37:03: Das war schon mal bei zehntausend plus.
00:37:06: Die letzte ernte war relativ gut.
00:37:08: deswegen sind die preise momentan im keller und weil die schokolade nachfrage nicht gestiegen ist Ist da halt wenig nachfragen nach kakao da?
00:37:16: Deswegen sind die breisen momentan so tief.
00:37:19: In unserem fall ist es so durch bio und fair und qualität haben wir sehr starke Aufschläge.
00:37:25: Das heißt, bei uns selbst wenn der Kakaopreis jetzt gesunken ist, ist er immer noch höher als das was wir früher bezahlt haben.
00:37:32: also wir sind jetzt circa bei sechs bis sieben tausend US Dollar Protonne weil es einfach sehr schwierig ist oder gewesen ist in diesen Hochpreiszeiten die Bauern davon zu überzeugen sich immer noch die Arbeit anzutun biofair und Qualität zu machen salopp gesagt, das Geld nachgeschmissen bekommen haben in Lateinamerika zum Beispiel.
00:37:54: Das heißt wir mussten da schon hohe Aufschläge natürlich bezahlen und unsere Beziehungen haben uns viel geholfen dass wir halt schon lang mit ihnen zusammen gearbeitet haben Und jetzt diese Strukturen wieder aufzubauen.
00:38:05: Biofair und Qualität wo das lange nicht so wichtig war Heißt, dass wir immer noch sehr gute Preise dafür bezahlen müssen.
00:38:16: im Weltmarkt sind die Preise für Kakao jetzt nicht, die sind sehr tief momentan.
00:38:24: Aber ich weiß auch nicht wie langfristig deren Verträge sind, wie sehr sie sich eingedeckt haben und andere Preise sind auch stark rauf gegangen ist es halt immer sehr schwierig nachher mit den preisen vor allem in einem derartigen breiten segment Stark rauf oder runter zu gehen.
00:38:42: also mich wundert selber dass die preise noch so hoch sind jetzt im breiten Segment, aber
00:38:50: wir bleiben skeptisch.
00:38:53: Wir sehen ja auch... wir wissen dann nicht wie die nächste Ernte sein wird.
00:38:56: eben wie gesagt ich kann nur von uns reden wir kaufen Kakao ein Jahr lang im Voraus damit wir genug Kakaos haben und zwar sicher!
00:39:04: Und insofern sind bei uns die Preisschwankungen natürlich nicht so schnell auszugleichen weil man ja im Prinzip immer einen Rattenschwanz von mindestens einem Jahr
00:39:14: nachzieht.
00:39:15: gibt es eigentlich so eine Kakao-Straße, das ist jetzt analog zur Ölstraße von Hormuz.
00:39:21: Gibt's so was in den Mitteln?
00:39:23: Nein,
00:39:24: also der ... Sechzig Prozent vom Weltkakao kommen aus Westafrika, also Ghana und Elfenmann-Küster.
00:39:30: Wenn es dort Probleme gibt und die Sinnhaltgeographis doch ein bisschen eingefasst von Wüste und Meer dann wirkt sich das auf dem gesamten Kakaomarkt der Welt aus und dass es auch passiert.
00:39:40: Also ist es eher ein Gebiet, dass ein Engpass ist als eine Kakao-Straße.
00:39:46: Aber man könnte den Panama Canal zum Beispiel als Enge bezeichnen, weil natürlich viel Kakaot über dem Panama Kanal zum Beispiel
00:39:53: gebracht wird.
00:39:55: Letzte Frage jetzt tatsächlich ein bisschen aktueller wie im Vorgespräch kurz erwähnt.
00:40:01: Spannend auch deine Antwort und deine Reaktion dann nochmal wiederzugeben.
00:40:05: Es gab ja vor Kurzem diese kleine Kritik von einer Tierrechtsorganisation diskriminierst, sozusagen Lebewesen und erst streicheln dann töten ganz schlimm.
00:40:18: Ich habe zu diesen Espantiergarten also ein Vorzeigeprojekt das er auch für euch steht und viel mit euch auf verbinden vor Ort.
00:40:28: Wie gehst du mit diesem Vorwurf um?
00:40:29: Mit dieser Kritik?
00:40:31: Also unser Konzept des Espantiagartens beschäftigt sie eigentlich genau damit dass wir den Leuten zeigen wollen hey wenn ihr Fleisch äst Seid's euch bitte auch bewusst dass ein Tier dafür leben und auch sterben muss.
00:40:45: Und das wollen wir zeigen im S-Bahn-Tiergarten, dass jedes Tier – egal ob es jetzt ein Rind ist oder ein Schaf oder eine Ziege -, dass die ein gutes Leben verdient haben und wert sind weil das ist ein Lebewesen und das soll unsere Achtung haben.
00:41:01: Wenn ich's unbedingt essen will dann muss mir auch bewusst sein und da muss sich diese Entscheidung treffen können das muss sterben, damit ich es essen kann.
00:41:10: Und wenn uns das bewusst wird dann ist das Ziel natürlich dass wir den Fleischkonsum insgesamt reduzieren.
00:41:16: Brauche ich denn überhaupt noch so viel Fleisch?
00:41:18: Vor allem wenn mir eben dieses Gesicht vom Tierbewusstes Wir wollen ein Fleischkonzum reduzieren!
00:41:23: Wir wollen einen Bewusster machen, wir wollen artgerechte Tierhaltung für alle Tiere und nicht nur für die Paar und das ist das ziel von S-Bahn-Tiergarten heißt natürlich trotzdem dass wir Tiere halten um sie zu essen.
00:41:40: Die Kritik von Peter ist natürlich, okay wir wollen gar keine Tiere töten und wir wollen keine Tiere essen.
00:41:48: Und keine Tiere nutzen oder ausnützen und ich verstehe die herangehensweise und auch die Ideologie dahinter.
00:41:56: Ich glaube allerdings dass wir mit bewussterem Fleischkonsum weniger aus besserer Haltung und zum Beispiel nur einmal in der Woche Fleisch oder wie auch immer man das lösen möchte mehr erreichen können, dass Menschen insgesamt weniger essen.
00:42:13: Als ich verbiet es gleich und verteufel jegliche Art von Fleischkonsum, weil die Art von Neapolarisierung oder in die Ecke stellen überzeugt halt die Leute nicht davon, dass sie sich ein bisschen, na das ist in Maßen genießen.
00:42:29: Und deswegen
00:42:31: ja...
00:42:32: Ich finde die Diskussion sehr wichtig Und ich glaube, dass wir eben ein sehr offenes und sehr transparentes Konzept haben.
00:42:40: Deswegen muss man sich da auch nicht verstecken.
00:42:43: Mit Blick auf die Uhr schließe ich mit einer kleinen Provokation und füge den Tipp des Tages an die Schnitzelpräline.
00:42:50: Ich hoffe Peter hat nicht zu aber das wäre mein Tipp des Tags, ich werde es probieren.
00:42:55: Danke fürs dabei sein liebe Julia für die Einblicke, für die Offenheit!
00:42:58: Ich hoffe die Fragen waren nicht allzu abgenutzt.
00:43:02: Wir sehen uns hoffentlich im Bis zum nächsten Mal!
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